Transaktionsmonitor

Investoren kaufen MVZ und Heime

Beratungsgesellschaft PwC zieht Bilanz für 2018: Pflege-Immobilien und Zahnarzt-Ketten sind begehrt.

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FRANKFURT/MAIN. Die Zahl der vertragszahnärztlichen MVZ in der Hand von Private-Equity-Investoren hat – Stand September 2018 – binnen eines Jahres um 79 Prozent zugenommen. Das geht aus dem „Transaktionsmonitor Gesundheitswesen“ der Beratungsgesellschaft PwC hervor.

Besonders aktiv sind Investoren dem Bericht zufolge beim Erwerb von Zahnarztketten. Im Februar 2018 kaufte Nordic Capital etwa den Anbieter „Zahnstation“ mit sechs Standorten. Der gleiche Kapitalgeber erwarb im Mai vergangenen Jahres die Ober Scharrer Gruppe, laut PwC ein führender Betreiber von Augenzentren und ophtalmologischen Fachzentren in Deutschland. Die Gruppe verzeichnete zuletzt 80 Einrichtungen mit einem Umsatz von 97 Millionen Euro.

Im Fokus von Investoren sind nach wie vor Radiologen. So kaufte Philips Anteile an der 360˚-Gruppe in unbekannter Höhe. Gleiches gilt für die Beteiligung des Investors Triton an der Deutsche Radiologie Holding.

Umsatz von knapp 400 Millionen Euro

Vergleichsweise moderat verlief das Geschäft im Vorjahr bei der Akquise von Krankenhäusern und Fachkliniken. Privatisierungen seien ausgeblieben, berichtet PwC. Dagegen setze sich die Bildung von Verbünden bei kommunalen wie auch bei freigemeinnützigen Trägern fort. Als größte Übernahme gilt der Verkauf von 40 Einrichtungen der Paracelsus-Kliniken an den Investor Porterhaus.

Der Umsatz der Kliniken wurde 2016 laut PwC mit 409 Millionen Euro angegeben. Das Krankenhaus Maria Hilf in Warstein (163 Betten) ging an die Gruppe Altor Equity Partners über.

Bei Pflege-Immobilien herrschte im Vorjahr hingegen Hochkonjunktur für Investoren. Größte Transaktion war im März der Kauf des Betreiber Alloheim durch Nordic Capital. Unter anderem 196 Pflegeeinrichtungen und 25 ambulante Pflegedienste wechselten für 1,1 Milliarden Euro den Besitzer. PwC berichtet von „enormer Nachfrage“ nach solchen „Anlageobjekten“.

Nach überschlägiger Schätzung waren von den insgesamt 31 Transaktionen weit über 11.000 Pflegebetten und -plätze betroffen. Anfang dieses Jahres ging der Kaufboom ungebremst weiter. Altenheime und Seniorenwohnparks wurden unter anderem von der Contilia-Gruppe sowie den Investoren DOREA und EMVIA Living erworben, berichtet PwC.

Durch die jüngsten Investitionen seien weitere Anbieter in Private-Equity-Besitz in die Top 30-Liga der größten Pflegeheimbetreiber aufgestiegen, so etwa EMVIA, Schönes Leben und Charleston. (fst)

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