Welttag der Patientensicherheit
KBV: Diagnostik hat nichts in Apotheken und Drogerien zu suchen
Medizinisch kompetent und persönlich in der Ansprache seien „Alleinstellungsmerkmale“ der niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen, erklärt die Kassenärztliche Bundesvereinigung – Seitenhieb Richtung Apothekerschaft inklusive.
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„Erste Anlaufstelle“: Der KBV-Vorstand betont anlässlich des Welttags der Patientensicherheit die Rolle der Arztpraxen.
© Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa
Berlin. Den Arztvorbehalt aufweichen oder gar aufheben? Aus Sicht der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) definitiv keine gute Idee. Wer gesundheitliche Probleme habe, wolle diese vom Profi behandelt wissen, meldet sich die KBV-Spitze anlässlich des an diesem Donnerstag (17. September) stattfindenden Welttags der Patientensicherheit zu Wort.
„Medizinisch kompetent und persönlich in der Ansprache“ seien „Alleinstellungsmerkmale“ der niedergelassenen hausärztlichen, fachärztlichen und psychotherapeutischen Kolleginnen und Kollegen in den rund 100.000 Praxen, betonen die Dres. Andreas Gassen, Stephan Hofmeister und Sibylle Steiner. Es sei daher im Sinne der Patientensicherheit, wenn Praxen erste Anlaufstelle seien. Diagnostik habe nichts in Apotheken und Drogerien zu suchen.
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Der digitale Weg in die Arztpraxis: Wer steuert künftig den Zugang zur Versorgung – und wie?
Dortige „To-go-Angebote“ seien eben „nicht vom Profi“ und führten eher zu Verunsicherung – „mit der Folge eines zusätzlichen Beratungs- und Abklärungsbedarfs durch Ärztinnen und Ärzte. Die Patienten wollten schließlich zu denen gehen, die ihre Krankheitsgeschichte kennen würden und die Sicherheit ihrer Versorgung gewährleisten könnten, betont der KBV-Vorstand. Das seien die „niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen“.
Mehr als ein Pieks in den Oberarm
Auch beim Impfen seien Ärztinnen und Ärzte erste Anlaufstelle. „Sie beraten, klären auf und impfen jährlich millionenfach“, erklärt der KBV-Vorstand – Seitenhieb Richtung Apothekerschaft inklusive. Es gehe beim Impfen nicht bloß um den Pieks in den Oberarm.
Beim Apothekertag in München Anfang der Woche hatte ABDA-Präsident Thomas Preis von einer wachsenden Rolle der Offizine in der Versorgung gesprochen. Es gebe zunehmend mehr Impfungen in Apotheken, mehr Test- und Präventionsangebote, Beratungen bei Dauermedikation oder auch Tabakentwöhnungen. Die Politik setzt ebenfalls vermehrt auf Apotheken als Teil des geplanten Primärversorgungssystems.
Aktionsbündnis: Digitale Tools nutzen!
Die KBV will in Kürze eine Infokampagne zum Thema Impfen starten. Unter dem Motto „Impfen beim Profi“ werde man ab Anfang Oktober dazu aufrufen, sich in einer Arztpraxis gegen Influenza sowie andere Infektionskrankheiten impfen und den Impfstatus checken zu lassen.
Das Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) mahnt derweil mehr Tempo bei der Digitalisierung an. Das erleichtere auch den „sensiblen“ Wechsel zwischen Arztpraxis und Klinik – insbesondere bei chronisch kranken Menschen.
Lägen Vorerkrankungen, Allergien oder Befunde nicht rechtzeitig vor, drohten Fehleinschätzungen. Patientensicherheit dürfe nicht vom Zufall oder von mitgebrachten Papierausdrucken abhängen, so APS-Vize Dr. Albrecht Stier. (hom)














