Krankenkassen

Kasse will 100 Millionen Euro für Politikfolgen-Forschung

Welche Folgen haben die gesundheitspolitischen Entscheidungen? Sie würden kaum analysiert, bemängeln Experten - und fordern: Die Forschungsministerin soll dafür Geld locker machen. Die Barmer GEK hält 100 Millionen Euro für sinnvoll.

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Dr. Rolf-Ulrich Schlenker fordert Forschungsgelder in Höhe von 100 Millionen Euro für alle Kassen.

Dr. Rolf-Ulrich Schlenker fordert Forschungsgelder in Höhe von 100 Millionen Euro für alle Kassen.

© Metodi Popow / imago

KÖLN (iss). Die Versorgungsforschung benötigt deutlich mehr Finanzmittel. Das bislang zur Verfügung stehende Geld reicht zur Klärung drängender Forschungsfragen nicht aus.

Darauf haben Experten beim 10. Kongress für Versorgungsforschung in Köln hingewiesen.

Gelder für Forschung gefordert

"Als Krankenkassen brauchen wir Gelder für Forschung und Entwicklung", sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Barmer GEK Dr. Rolf-Ulrich Schlenker.

Die Kassen verfügten über einen umfangreichen Datenpool.

100 Millionen Euro für alle Kassen sinnvoll

Schlenker, der das Bundesforschungsministerium in der Pflicht sieht, hält rund 100 Millionen Euro für alle Kassen für sinnvoll.

"Wir sind in Deutschland bereits auf einem guten Weg, aber es ist nicht genug Geld da für alle Aufgaben", sagte Kongresspräsident Professor Holger Pfaff, Vorsitzender des Deutschen Netzwerks Versorgungsforschung.

"Brauchen auch eine evidenzbasierte Gesundheitsforschung"

Das gelte für die Politikfolgen-Forschung. "Wir brauchen nicht nur eine evidenzbasierte Medizin, sondern auch eine evidenzbasierte Gesundheitsforschung."

Die wissenschaftliche Begleitung politischer Entscheidungen sei in Bereichen wie den Rabattverträgen oder den Verträgen zur integrierten Versorgung notwendig, betonte der Gesundheitsökonom Professor Gerd Glaeske. "Es ist eine Katastrophe, dass nirgendwo die Evaluation politischer Entscheidungen vorgesehen ist."

Forschungsbedarf bei Versorgung von dementen Menschen

Die hausarztzentrierte Versorgung sei verpflichtend eingeführt worden, obwohl es weltweit keine Evidenz gebe, dass sie das bessere System sei.

Dringenden Forschungsbedarf sieht er auch bei der Versorgung von Demenz-Patienten. "Wenn sich eine Krankheit so entwickelt, müssen wir uns heute dringend auf morgen vorbereiten."

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