Psychiatrie

Kassen verteidigen neues Entgeltsystem

Das neue Entgeltsystem für psychiatrische Kliniken ist umstritten. Doch aus Sicht der Kassen wird die Vergütung damit gerechter.

Veröffentlicht: 17.12.2012, 17:37 Uhr
Kassen verteidigen neues Entgeltsystem

Traurig? Nicht die Krankenkassen.

© Lichtmeister / shutterstock.com

BERLIN. Der GKV-Spitzenverband hat das geplante neue Entgeltsystem in Psychiatrien verteidigt: Damit entfiele künftig der Anreiz für Kliniken, sich eher um leicht als um schwer Erkrankte zu kümmern.

Bislang würden die psychiatrischen und psychosomatischen Einrichtungen nach Pflegesätzen bezahlt, die unabhängig von der Erkrankung des Patienten stets gleich seien, sagte Dr. Wulf-Dietrich Leber vom GKV-Spitzenverband.

Das sei jedoch nicht leistungsgerecht. Mit dem neuen Vergütungssystem - dem pauschalisierenden Entgeltsystem für psychiatrische und psychosomatische Einrichtungen (PEPP) - werde dies nun geändert.

"Aus tagesgleichen Pflegesätzen für Kliniken werden leistungsgerechte Tagessätze für Krankheitsgruppen", so Leber. Durch PEPP werde sich die Vergütung mehr am individuellen medizinischen Behandlungsbedarf der Patienten orientieren.

Schrittweise Einführung

Das neue Entgeltsystem ist jedoch umstritten: Erst kürzlich hatte der Hartmannbund kritisiert, dass es zu einem Druck führe, der eine sachgerechte Behandlung verhindere.

Es sei höchst bedenklich, ökonomische Anreize dafür zu schaffen, dass Patienten mit psychotischen Erkrankungen stationär nicht ausreichend therapiert würden, sagte der stellvertretende Verbandsvorsitzende Dr. Stefan Schröter.

Diesen Vorwurf wies Leber zurück: Es werde lediglich der Anreiz leicht gemindert, dass Patienten zu lange stationär behandelt würden.

PEPP soll ab 2013 schrittweise an den psychiatrischen Kliniken eingeführt werden. In Deutschland gibt es rund 240 Fachkrankenhäuser für psychiatrische und psychosomatische Erkrankungen.

Zudem gibt es rund 350 Allgemeinkrankenhäuser und Universitäten mit entsprechenden Abteilungen. Der GKV-Spitzenverband geht davon aus, dass bis Ende 2013 etwa zehn bis 20 Prozent der Häuser ihr Vergütungssystem umgestellen werden. (sun)

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