Kommentar zum Aus der Praxisgebühr

Kaum gerechte Lösungen

Von Ilse Schlingensiepen Veröffentlicht: 04.12.2012, 16:09 Uhr

Als klar war, dass die Praxisgebühr abgeschafft wird, blieben Proteststürme von Seiten der Krankenkassen aus. Das ist nur auf den ersten Blick erstaunlich. Die Kassen müssen nicht auf die fast zwei Milliarden Euro verzichten, die sie vor allem über die Arztpraxen von den Patienten erhalten haben. Statt dessen kommt das Geld jetzt aus dem Gesundheitsfonds.

Aber just damit ist neuer Ärger programmiert. Kassen wie die Siemens BKK bemängeln bereits, dass die Verteilung des Ausgleichs für die Praxisgebühr nach der Systematik des Gesundheitsfonds erfolgen soll. Diese Systematik sorgt für Unmut, seit es sie gibt.

Entscheidend für die Finanzmittel, die eine Kasse aus dem Fonds erhält, ist die Morbidität der Versicherten. Sie hat bei der Erhebung der Praxisgebühr mit Ausnahme der Härtefallregel aber keine Rolle gespielt. Deshalb fürchtet manche Kasse, dass sie künftig schlechter da steht.

Wenn es um so viel Geld geht wie im Gesundheitsfonds, ist es schwer, eine Lösung zu finden, die von allen als gerecht empfunden wird. Niemand wird den Verantwortlichen unterstellen, dass sie bewusst einzelne Kassen bevorzugen.

Deshalb sollte es in ihrem eigenen Interesse sein, über die Mechanismen des Fonds eine größtmögliche Transparenz herzustellen.

Lesen Sie dazu auch: Siemens BKK warnt vor Verzerrungen

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