Kinderschutz-Hotline in Berlin wird mehrsprachig

Beratungsangebot zum Kinderschutz wird gut angenommen. Aber: Nur selten melden sich Ärzte.

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BERLIN (ami). Die Hotline Kinderschutz in Berlin gibt es künftig auch in arabischer und türkischer Sprache. Damit reagiert der Träger des Beratungsangebots "LebensWelt" auf eine offensichtliche Lücke. Mit Begleitung des Berliner Senats hat "LebensWelt" die Finanzierung aus Lottomitteln bis März 2014 gesichert.

"Unser gemeinsames Ziel ist, dieses Angebot auch darüber hinaus zu finanzieren", erklärte Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) auch im Namen seiner für Jugend zuständigen Amtskollegin Sandra Scheeres (SPD) beim offiziellen Start der mehrsprachigen Hotline am Montag. "Wir können damit sprachliche Barrieren überwinden", sagte Czaja. Das sei gerade in Notsituationen wichtig.

Die Senatoren zogen zugleich eine Zwischenbilanz für die Hotline Kinderschutz, die seit Mai 2007 besteht. "Die Hotline wird sehr gut angenommen", sagte Scheeres. Cjaza begrüßte, dass sie zunehmend auch für den Gesundheitsbereich Relevanz entfalte. "So können sich Ärzte und Fachkräfte aus dem Öffentlichen Gesundheitsdienst bei etwaigen Unsicherheiten oder offenen Fragen ebenfalls beraten lassen", sagte er.

Das tun sie jedoch noch sehr selten. In den fünf Jahren ihres Bestehens hat die Hotline gut 5600 Meldungen entgegengenommen, die knapp 8000 Kinder betrafen. Mit mehr als 1200 Fällen war Verdacht auf Vernachlässigung der häufigste Grund für einen Anruf, gefolgt von Erziehungsproblemen und dem Verdacht auf körperliche Misshandlung. In rund einem Drittel der Fälle wandten sich die Eltern der Kinder an die Hotline. Auch Nachbarn rufen häufig an.

Von Ärzten kamen dagegen insgesamt nur 146 Anrufe. "Das ist ein verschwindend kleiner Anteil", sagte der Leiter des Notdienstes Kinderschutz Andreas Neumann-Witt. Er macht dafür auch Unsicherheiten mit Blick auf die ärztliche Schweigepflicht verantwortlich und schloss nicht aus, dass es unter Umständen sinnvoll wäre, ein Beratungsangebot für Ärzte mit Anbindung an ärztliche Organisationen statt an die dem Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg zugeordnete Hotline zu schaffen.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Mehr Vernetzung für Kinderschutz

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