G7-Minister einig

Klima wirkt sich auf Gesundheit aus

Faktoren, die mit dem Klima und der Umwelt zusammenhängen, könnten bestehende Gesundheitsrisiken verschärfen und neue Gefahren erzeugen, heißt es im Abschlusspapier der G7-Ressortchefs.

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Bei ihrem Treffen in Mailand waren sich die Gesundheitsminister der G7-Staaten einig, dass sich klimatische Bedingungen auch auf die menschliche Gesundheit auswirken.

Bei ihrem Treffen in Mailand waren sich die Gesundheitsminister der G7-Staaten einig, dass sich klimatische Bedingungen auch auf die menschliche Gesundheit auswirken.

© babimu / Fotolia

MAILAND. Die Gesundheitsminister der G7-Staaten sind sich einig über die Auswirkungen klimatischer Bedingungen auf die menschliche Gesundheit. Das war das Fazit der sieben großen westlichen Industrienationen nach ihrem Treffen am Montag in Mailand. Zu der "Gruppe der Sieben" gehören neben Italien und den USA auch Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Japan und Kanada.

Allein 15 der 38 Punkte im Abschlusspapier beziehen sich auf das Thema "Umweltfaktoren und Gesundheit". Zu den gemeinsamen Anliegen gehören hierbei u. a. der Kampf gegen Infektionskrankheiten mit dem Fokus auf HIV, Tuberkulose und Malaria, gegen Mangelernährung und Luft- und Trinkwasserverschmutzung sowie Tabakkonsum.

Es sei wichtig gewesen, dass die G7 trotz der Aufkündigung des Klimaabkommens von Paris durch die USA in einer Einheit zusammengearbeitet hätten, sagte die italienische Gesundheitsministerin und Gastgeberin, Beatrice Lorenzin. Sie sprach trotzdem von einem "Kompromiss".

Die massiven Differenzen zwischen den G7-Staaten in der Klimapolitik traten schon während ihres Gipfels in Taormina im Mai zum Vorschein. US-Präsident Donald Trump stand völlig isoliert da. Anfang Juni verkündete er den Ausstieg aus dem Pariser Klimaschutzabkommen und löste mit der Entscheidung weltweit Bedauern und Kritik aus.

Die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch begrüßte die gemeinsame Abschlusserklärung. "Das ist ein wichtiger Sieg der Vernunft über die Realitätsverweigerung von US-Präsident Trump", hieß es in einer Mitteilung. Der Klimawandel gefährde die Gesundheit, weil intensive Hitzewellen, Dürren und Hochwasser zunähmen. Die Erwärmung begünstige aber auch die schnelle Ausbreitung von Krankheitserregern.

Die G7-Gesundheitsministerinnen und -minister wollen sich auch weiterhin gegen die Ausbreitung von Antibiotika-Resistenzen einsetzen. Dazu haben sie sich zur Unterstützung der G20-Verpflichtungen und insbesondere zur Unterstützung des Global Collaboration Hub on Research and Development on AMR verpflichtet. (run/dpa)

Lesen Sie dazu auch: Gesundheitsminister-Treffen: G7 machen mobil

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