Kommentar – Terminservicestellen

Kollegial statt kostspielig

Von Jana Kötter Veröffentlicht:

Schneller zum Facharzt – auch als Kassenpatient: Mit diesem Versprechen hat das Gesundheitsministerium die Terminservicestellen forciert. Ärzte hatten vergeblich kritisiert und protestiert. Doch ein Jahr nach dem Start des Services zeigt sich heute: Sie hatten Recht.

Die Kosten für Implementierung und Unterhalt bei den KVen sind das eine. Das andere aber sind jene nicht seltenen Patienten, die den vermittelten Termin letztlich absagen – oder gar einfach fernbleiben. Für das eigene Praxismanagement sind diese "No-Shows" fatal: Termine werden freigeschaufelt, um sie an die Terminservicestelle zu melden – und bleiben dann doch ein leerer Slot im eng getakteten Praxisalltag.

Zielführender wäre es gewesen, Ärzte in dem zu unterstützen, was seit Jahrzehnten gelebte Realität ist: dem kollegialen Griff zum Telefon. In wirklich dringlichen Fällen rufen viele Hausärzte beim fachärztlichen Kollegen an und vereinbaren einen Termin für den Patienten. Interessant: Auch Terminservicestellen, die Terminnot haben, gehen heute diesen Weg und klingeln erneut beim entsprechenden Facharzt durch.

Sinnvoll wäre es, dieses kollegiale Zusammenwirken zu stärken. 17 KVen zu zwingen, kostspielige Terminservicestellen aufzubauen, die kaum einer nutzt, ist hingegen reine Ressourcenverschwendung.

Lesen Sie dazu auch: Terminservice: Viele Patienten erscheinen nie in der Praxis

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Vergleich der Kreise

Wo sich besonders wenige Senioren gegen Pneumokokken impfen lassen

„Sprechende Medizin“ beim Bayerischen Rundfunk

Hausarzt Schelling klärt im Radio über wichtige Gesundheitsthemen auf

Cochrane Review zu Ginkgo biloba

Ginkgo biloba: Kein Nutzen bei MCI, geringe Effekte auf Demenz

Lesetipps
Menschen im Park machen Qigong-Übungen

© zinkevych / Stock.adobe.com

Nutzen durch randomisierte Studie belegt

Qigong-Übungen senken erhöhten Blutdruck

Tablette, auf der GLP-1 steht

© THIBNH / Generated with AI / Stock.adobe.com

Neuer GLP-1-Rezeptoragonist

Orforglipron: Bekommt Semaglutid jetzt Konkurrenz?