Kommunikation und Vernetzung stehen im Fokus

Wenige Wochen vor der NRW-Landtagswahl startet der Gesundheitskongress des Westens in Essen. Erwartet werden gesundheitspolitische Pläne "aus erster Hand".

Thomas HommelVon Thomas Hommel Veröffentlicht:

BERLIN/ESSEN. Schwarz-Gelb hat eine Reform der GKV noch in dieser Legislaturperiode angekündigt. Wie die Reform genau aussehen soll, darüber schweigen sich Union und FDP bislang aus. Berlins ehemaliger Gesundheitssenator Ulf Fink erhofft sich dennoch konkrete Antworten - und zwar auf dem von ihm und seinem Team veranstalteten Gesundheitskongress des Westens 2010 in Essen, der am 10. und 11. März und damit wenige Wochen vor der Wahl in Nordrhein-Westfalen stattfindet.

"NRW ist Seismograph für die Bundespolitik", weiß Fink, der daran erinnert, dass Rot-Grün im Bund ein jähes Ende fand, nachdem SPD und Grüne an Rhein und Ruhr in der Wählergunst abstürzten.

Der schwarz-gelben Koalition unter Kanzlerin Merkel muss es nicht zwingend ähnlich gehen - doch eins ist sicher: Sollten CDU und FDP in Düsseldorf vom Thron stürzen, dann hätte das auch Folgen für den gesundheitspolitischen Kurs der Koalition: Ein tiefgreifender Umbau, wie ihn die FDP will, würde auf noch größere Widerstände stoßen.

Erwartet werden beim Kongress in Essen der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium, Daniel Bahr (FDP), der stellvertretende Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Andreas Pinkwart (FDP), und NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). Sie sollen den etwa 700 Kongressteilnehmern, so ist es im Programm angekündigt, "aus erster Hand" über die gesundheitspolitischen Pläne der Bundesregierung berichten.

Das Leitthema des Kongresses in diesem Jahr lautet: "Gesundheit und Kommunikation". "Es geht dabei um Kommunikation den Patienten und Mitarbeitern gegenüber. Und es geht um Kommunikation als einem wichtigen Schlüssel zwischen ambulanter und stationärer Versorgung", so Fink. In allen Bereichen gebe es "erheblichen Nachholbedarf".

Für niedergelassene Ärzte bieten die Kongressmacher wieder gemeinsam mit den Kassenärztlichen Vereinigungen Nordrhein und Westfalen-Lippe mehrere Einzelveranstaltungen an. Erörtert werden dabei unter anderem aktuelle Fragen zur vertragsärztlichen Vergütung sowie zur Versorgungssituation von Migranten.

Neben Dauerbrennern wie fehlendem Medizinernachwuchs oder Priorisierung statt Rationierung steht auch der Gesundheitscampus in Bochum mit seiner Hochschule für Gesundheit auf dem Programm. Die Idee eines Campus' als Ort für eine stärkere Vernetzung hatte Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) auf dem ersten Gesundheitskongress 2007 vorgetragen. "Dass aus der Idee Realität geworden ist, freut uns sehr", sagt Fink. Der Campus präsentiert sich an beiden Kongresstagen im Ausstellungsforum.

www.gesundheitskongress-deswestens.de

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