Direkt zum Inhaltsbereich

Kommentar zur Corona-Impfung

Lieblose Kampagne

Julia FrischVon Julia Frisch Veröffentlicht:

Kritik an der Corona-Kommunikationspraxis gibt es ja schon seit langem. Doch die COVID-Informationskampagnen gehören offenbar nicht zu den „lessons learned“ der Regierung aus zwei Jahren Pandemie.

Der Slogan „Impfen hilft“, den die neue Ampelregierung für vermutlich nicht wenig Geld von Werbeprofis entwerfen ließ, hat nachweislich keinen Impfmuffel hinterm Ofen hervorgelockt. Da war man vor 30 Jahren, als Aids/HIV-Pandemie begann, schon weiter und kreativer – und ist es bis heute.

Lesen sie auch

Lieblos und unengagiert: Anders kann man die Impfkampagne nicht nennen, die Deutschland seit über einem Jahr fährt. Schon zu deren Beginn haben Gesundheits- und Kommunikationswissenschaftler darauf hingewiesen, dass eine zielgruppengerechte Ansprache essenziell ist. Bei Menschen mit Migrationsgeschichte glaubte die öffentliche Hand wohl, diesen Zweck mit Informationen in einigen wenigen Fremdsprachen erfüllt zu haben.

Dass das nicht reicht, zeigen Erfahrungen, die Ärzte täglich in der Praxis machen: Auch deutsche Muttersprachler haben Probleme, die in der Vergangenheit sich oft ändernden Informationen zu den Corona-Vakzinen zu verstehen und ihre Bedeutung richtig einzuordnen. Die Kärrnerarbeit der Aufklärung bleibt damit an den Ärzten hängen. Und wer keinen Hausarzt hat, hat Pech gehabt. Verständliche Aufklärung vom Staat kann er nicht erwarten.

Schreiben Sie der Autorin: julia.frisch@springer.com

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

GBA-Beschluss

Neue Vorgaben zur Corona-Impfung gesetzlich Versicherter in Kraft getreten

IGES-Gutachten

Bei den Krebsregistern bremst föderale Vielfalt die Datenqualität

Von Infektionen bis Dermatozoenwahn

Dermatologische Komplikationen von „Chemsex“

Das könnte Sie auch interessieren
Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

© EAU

Ergänzung EAU-Leitlinie 2026

Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

© robertprzybysz | iStock

Persistierende Onychomykosen

Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

© Domepitipat | iStock

Lebensqualität zurückgewinnen

Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Pityriasis versicolor

© iStock / C5C

Kleienpilzflechte im Sommer

Pityriasis versicolor sicher erkennen und gezielt behandeln

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Dr. Thomas Georg Schätzler 04.02.202208:55 Uhr

Eine seltsam lieblos und unengagiert initiierte Impf-Werbekampagne mit der uninspirierend- trockenen Kernbotschaft "Impfen hilft" passt zu Deutschland wie der Kanzler als "Buster Keaton" der SPD-Politik ("der Mann, der niemals lachte").

Der Blick über dem Tellerrand nach Frankreich lohnt. Dort wird zur zentralen Impf-Werbekampagne ein Liebespaar gezeigt, dass sich endlich wieder unbeschwert küssen kann. Der Bild-Text lautet:
"OUI, LE VACCIN PEUT AVOIR DES EFFETS DÉSIRABLE.
A CHAQUE VACCINATION C'EST LA VIE QUI REPREND - VACCINON NOUS. "
In der deutschen Übersetzung: "Ja, die Impfung kann sehnsuchtsvolle Wirkungen haben.
Mit jeder Impfung übernimmt wieder das Leben - lasst uns Impfen."

Leider hat die Ärzte Zeitung mehrfach den Slogan "Impfen hilft" in den Farben des allseits bekannten Raststätten-Toilettenkonzerns "Sanifair" gezeigt, eine Abbildung der französischen Werbekampagne unterblieb bisher.

Ich habe die beiden kommunikativ gegensätzlichen Illustrationen in 2 meiner aktuellen Blogs
https://www.doccheck.com/de/detail/articles/37223-utilitarismus-in-der-impfpflicht-debatte-kontraproduktiv
und
https://www.doccheck.com/de/detail/articles/37186-generelle-impfpflicht-vermasselt
gezeigt und kommentiert, so dass die LeserInnen der Ärzte Zeitung daran teilhaben und sich ein eigenes Bild machen können.

Mf+kG, Ihr Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: MS-Krankheitsdynamik: Patientinnen und Patienten bewegen sich von frühen Stadien über Phasen fokaler Entzündung in fortgeschrittene, meist irreversible Stadien

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [4]

Multiple Sklerose heute

Praxisrelevante Daten im Fokus

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Abb. 1: Impfstoffeffektivität gegen Post COVID-Beschwerden

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [14]

Jährliche COVID-19-Impfung

Empfohlen für ein breites Risikokollektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioNTech Europe GmbH, Mainz
Abb. 1: Zeitaufwand pro Verabreichung von Natalizumab s.c. bzw. i.v.

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [9]

Familienplanung und Impfen bei Multipler Sklerose

Sondersituationen in der MS-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Biogen GmbH, München
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Springer Medizin Gala

Preisträger des Springer Medizin Charity Awards feierlich gekürt

Lesetipps
Gewinner des Galenus-von-Pergamon-Preises 2026 in der Kategorie Specialist Care:

© Marc-Steffen Unger

Fortgeschrittenes kleinzelliges Lungenkarzinom

Galenus-Preis 2026: Imdylltra® gewinnt in der Kategorie Specialist Care