Infektionsschutz

Marburger Bund fordert rasche Corona-Beschlüsse für den Herbst

Mit Blick auf den Herbst warnt der Marburger Bund vor einer Regelungslücke bei den Corona-Maßnahmen. Die Politik solle noch vor der Sommerpause die Weichen stellen.

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MB-Chefin Dr. Susanne Johna (hier beim Deutschen Ärztetag 2022 in Bremen)

Kann das Abwarten von Bund und Ländern nicht nachvollziehen: MB-Chefin Dr. Susanne Johna (hier beim Deutschen Ärztetag 2022 in Bremen).

© Rolf Schulten

Osnabrück/Berlin. Der Marburger Bund mahnt mehr Tempo bei Corona-Schutzmaßnahmen für den Herbst an. „Ich plädiere dringend dafür, noch vor der Sommerpause die Weichen zu stellen, sonst setzt sich die Politik unter erheblichen Druck“, sagte die MB-Bundesvorsitzende Dr. Susanne Johna der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ).

„Es wäre verantwortungslos, wenn wir Ende September in eine Regelungslücke schlitterten.“ Die aktuellen Corona-Bestimmungen im Infektionsschutzgesetz laufen am 23. September aus.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte am Freitag erklärt, er strebe zusammen mit Justizminister Marco Buschmann (FDP) Eckpunkte für Änderungen noch vor der Sommerpause an. Diese könnten dann nach dem Sommer beschlossen werden. Details nannte er dabei noch nicht.

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„Ich kann das Abwarten nicht nachvollziehen“, sagte Johna. Dies sei riskant, und es werde „verdammt eng, rechtzeitig ein Instrumentarium bereitzustellen“. „Ich halte die Gefahr gleichzeitiger Wellen von Corona und Influenza zum Ende des Sommers oder am Herbstanfang für real.“

Um einem Gesundheitsnotstand vorzubeugen, müsse ein neues Infektionsschutzgesetz harte Maßnahmen ermöglichen. „Wir halten nichts von Schul- und Kitaschließungen“, sagte Johna. „Alle anderen Maßnahmen, bis hin zu Kontaktbeschränkungen und einer etwaigen Schließung von Bars und Clubs, sind Instrumente, die in den Kasten gehören.“ (dpa)

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