Neue Kampagne

Mehr Transparenz bei Heil- und Hilfsmitteln

AOK und KV Niedersachsen starten eine Informationskampagne , um Verordnungskosten für Heil- und Hilfsmittel zu senken.

Veröffentlicht: 20.04.2015, 13:13 Uhr

HANNOVER. Das Informationsprojekt "Heilmittel pro" soll die Ärzte in Niedersachsen dazu animieren, weniger Heilmittel zu verordnen.

Die Verordnungskosten für Heil- und Hilfsmittel sind bei AOK-Patienten in Niedersachsen in den vergangenen vier Jahren um 21 Prozent gestiegen.

Man habe "eine Ausgabensteigerung in den Bereichen Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und Podologie um 21 Prozent, dies entspricht einer Ausgabensteigerung von 33 Millionen Euro", begründet Carsten Sievers, Sprecher der AOK Niedersachsen, das Projekt.

Nun wollen die AOK Niedersachsen und die KV Niedersachsen (KVN) mit der Informationskampagne gegensteuern. Ziel sei es, "die Regressproblematik durch ein präventives Beratungsangebot an die verordnenden Ärzte zu entschärfen", hieß es.

Hintergrund des Verordnungsanstieges ist ein Irrtum, dem die Ärzte aufsitzen. Seit 2012 können die Langfristverordnungen und die Praxisbesonderheiten aus dem Heilmittelbudget herausgerechnet werden.

Das Problem: Offenbar liegen noch keine klaren Bereinigungssummen vor. Die Folge: Die Ärzte wissen nicht, wie viel Geld aus dem Budget herausgerechnet werden soll und glauben offenbar, mehr Geld zur Verfügung zu haben als tatsächlich noch da ist - und schlittern womöglich in die Regressfalle.

Dem wollen die KV Niedersachsen und die AOK entgegentreten - mit einer Info-Broschüre, mit Informationsschreiben an einen ausgewählten Kreis von stark verordnenden Ärzten, mit Fortbildungsveranstaltungen und praxisindividuellen Beratungsgesprächen mit den Hochverordnern und Fachleuten der KV Niedersachsen und den Heilmittelberatern der AOK Niedersachsen. Für die Beratung soll es Fortbildungspunkte geben.

Auch die Medizinischen Fachangestellten werden mit eingebunden. Denn oft sind sie es, die die Verordnungen ausfüllen.

Aber fehlerhaft ausgefüllte Verordnungen führten immer wieder zu Rückfragen und Rezeptänderungswünschen der Therapeuten, wie es hieß. Auch hier will man vorbauen und die Fehlerquote senken. (cben)

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