Vernachlässigte Tropenkrankheiten

Mehr als Trippelschritte gemacht

Die Zahl der Menschen, die gegen die Bilharziose und weitere neun vernachlässigte Tropenkrankheiten (NTD) behandelt werden müssen, ist binnen fünf Jahren um 20 Prozent auf 1,6 Milliarden im Jahr 2015 gesunken.

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Fast 560 Millionen Menschen wurden im Jahr 2015 präventiv behandelt, um nicht an Elephantiasis zu erkranken.

Fast 560 Millionen Menschen wurden im Jahr 2015 präventiv behandelt, um nicht an Elephantiasis zu erkranken.

© CDC

LONDON. WHO-Generaldirektorin Dr. Margaret Chan hat jetzt in Genf anlässlich eines hochrangigen NTD-Gipfels eine positive Zwischenbilanz gezogen. "Die WHO hat rekordverdächtige Fortschritte beobachtet, um alte Geißeln wie die Schlafkrankheit und Elephantiasis in die Knie zu zwingen", verdeutlichte Chan.

Bei der von Tsetsefliegen übertragenen Schlafkrankheit zum Beispiel gingen die Fallzahlen stark zurück: Im Jahr 2015 wurden weniger als 3000 Fällen weltweit erfasst – was einer Abnahme um 89 Prozent seit 2000 entspricht. Fast 560 Millionen Menschen wurden im Jahr 2015 präventiv behandelt, um nicht an Elephantiasis zu erkranken, hieß es von der WHO. Zugleich sank die Zahl der Erkrankten. Im Jahr 1986 gab es geschätzt noch etwa 3,5 Millionen Fälle weltweit.

Wie die WHO betont, entfaltet die London Declaration bereits ihre Wirkung. Am 30. Januar 2012 hat sich ein Bündnis aus forschenden Pharmaunternehmen, Hilfsorganisationen, mehreren Staatsregierungen sowie der Weltbank unter dem Dach der Uniting to Combat Neglected Tropical Diseases Coalition mit der Verabschiedung der "London Declaration" bis 2020 der Ausrottung oder Eindämmung von zehn NTD verpflichtet.

Die Pharmafirmen versprachen, unter anderem Arzneimittel für rund 14 Milliarden Behandlungen zu spenden. Zudem solle die Arzneiforschung in puncto NTD intensiviert werden. Ein Beispiel für das Einlösen letzteren Versprechens ist der Wirkstoff L-Praziquantel, der sich momentan in der klinischen Phase II befindet und bei Kindern zur Behandlung von Bilharziose angewendet werden soll.

Regierungen und private Spender verpflichten sich auf dem fünftägigen Gipfeltreffen in Genf, 812 Millionen US Dollar zu spenden. Im Jahr 2015 erhielten fast eine Milliarde Menschen eine von Pharmaunternehmen gespendete Behandlung für mindestens eine NTD, was eine Steigerung von 36 Prozent seit 2011, dem Jahr vor der London Declaration, bedeutet. (maw/dpa)

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