COVID-19

Merkel: Gesundheitsämter spielen entscheidende Rolle in der Pandemie

Die Kanzlerin lobt die Arbeit der 375 Gesundheitsämter. Hier entscheide sich, ob sich bei Neuinfizierten alle Kontakte nachvollziehen lassen. An die Bundesbürger richtet Merkel erneut einen Appell.

Von Thomas Hommel Veröffentlicht: 11.05.2020, 18:21 Uhr

Berlin. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Bedeutung der Gesundheitsämter in der Corona-Krise hervorgehoben. „Wir wissen alle, der Öffentliche Gesundheitsdienst hat in der Bekämpfung dieser Pandemie eine zentrale Rolle bekommen“, sagte Merkel im Anschluss an eine Videokonferenz mit dem Gesundheitsamt des Landkreises Harz am Montagnachmittag.

Damit Deutschland die Pandemie in den Griff bekomme, sei es von „entscheidender Bedeutung“, dass die Gesundheitsämter gut arbeiteten. „Das tun sie“, betonte Merkel. Der ÖGD sei eine „ganz wichtige Stelle, an der sich entscheiden werde, ob wir bei Neuinfizierten alle Kontakte auch wirklich nachvollziehen können“.

„Da arbeiten engagierte Menschen“

Die Bundesregierung unterstütze die Gesundheitsämter bereits mit Scouts. Auch die Bundeswehr werde „gegebenenfalls“ Unterstützung leisten, sagte Merkel. Mit ihrem virtuellen Besuch im Gesundheitsamt Harz habe sie sich „prototypisch für ein Gesundheitsamt“ bei allen Gesundheitsämtern in Deutschland bedanken wollen. „Ich kann Ihnen sagen: Da arbeiten engagierte Menschen, die werden diese Arbeit schaffen. Und wo Verstärkung notwendig ist, werden wir sie geben zusammen mit den Ländern.“

Am Montagvormittag hatten Vertreter des ÖGD bei einer Anhörung im Bundestags-Gesundheitsausschuss kritisiert, dass es den Gesundheitsämtern an finanziellen und personellen Ressourcen fehle. Dem ÖGD seien in den vergangenen Jahren etwa ein Drittel der Ärzte abhandengekommen.

Weiterhin an „Grundgebote“ halten

Deutschland trete aktuell in eine „neue Phase“ der Pandemie ein, betonte Merkel. Trotz aller Lockerungen müssten sich die Menschen weiter an die „Grundgebote“ halten. „Also Abstand halten, Mund-Nasenschutz tragen, aufeinander Rücksicht nehmen – das ist ganz wichtig.“

Bund und Länder hatten sich in der vergangenen Woche auf weitere Lockerungen von Alltagsbeschränkungen und ein stärker regional ausgerichtetes Vorgehen im Kampf gegen die Pandemie verständigt.

Aktuell knapp 170.000 Infizierte

Laut Robert Koch-Institut (RKI) haben sich aktuell in Deutschland knapp 169.600 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert (Stand 11. Mai 0:00 Uhr). Das sind 667 mehr als am Vortag. Die Zahl der Todesfälle stieg den Angaben zufolge um 22 auf nunmehr 7417. Als genesen gelten laut RKI rund 145.600 Menschen – das sind etwa 1300 mehr als am Vortag.

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