Influenza-Prävention

Minister in Sachsen und Bayern rufen zu Influenza-Impfung auf

Mit dem Herbst beginnt auch die Impfsaison gegen Influenza. In Bayern und Sachsen mahnen die Minister Holetschek und Köpping, eine schwere Grippewelle durch eine hohe Impfquote zu verhindern.

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Eine Gesundheitsministerin und ein Gesundheitsminister mahnen ihre Landsleute, sich impfen zu lassen: Petra Köpping (SPD) und Klaus Holetschek (CSU).

Eine Gesundheitsministerin und ein Gesundheitsminister mahnen ihre Landsleute, sich impfen zu lassen: Petra Köpping (SPD) und Klaus Holetschek (CSU).

© Matthias Rietschel / dpa-Zentralbild / dpa / picture alliance und Frank Hoermann / SVEN SIMON / picture alliance

Dresden/München. Sachsens Sozialministerin Petra Köpping (SPD) und ihr Amtskollege Klaus Holetschek (CSU) in Bayern warnen vor einer schweren Grippesaison. „Leider sind die Impfquoten für Influenza in Sachsen mit weniger als 30 Prozent besorgniserregend niedrig“, sagte Köpping am Samstag in Dresden mit Blick auf das vergangene Jahr. „Sowohl die Durchimmunisierungsrate mit rund 27 Prozent als auch die verabreichte Anzahl an Influenza-Impfdosen sind im Herbst und Winter 2021 mit weniger als einer Million Impfungen auf den niedrigsten Wert der vergangenen zehn Jahre gefallen.“

Hinzu komme, dass die Influenzaviren auf eine empfänglichere Bevölkerung träfen. Die Menschen hätten sich nach zwei milden Grippesaisons längere Zeit nicht mit dem Erreger auseinandersetzen müssen und wiesen somit weniger Immunschutz auf als in Vorjahren mit starker Influenza-Ausbreitung.

Erste kritische Entwicklungen dazu zeigten sich beim Blick auf Länder der Südhalbkugel. Nach zwei Saisons mit ebenfalls nur geringer Influenza-Verbreitung sei beispielsweise Australien im Mai dieses Jahres von einer besonders frühen und schweren Grippe-Welle erfasst worden, erinnerte Köpping.

Starke Influenza-Welle schon vor dem Jahreswechsel?

Ähnlich argumentiert auch Bayerns Gesundheitsminister Holetschek. Er sagte am Sonntag in München: „In diesem Winter erwartet uns womöglich ein komplexes Infektionsgeschehen, bei dem eine Grippe- und COVID-19-Welle zusammentreffen könnten. Deshalb sollte jeder nicht nur an die Corona-Auffrischungsimpfung, sondern auch an die Grippeschutzimpfung denken.“

Wie in Australien und in anderen Ländern der südlichen Hemisphäre könne die Grippesaison früher als üblich beginnen und stärker ausfallen. „Das könnte bedeuten, dass uns eine starke Grippewelle schon vor dem Jahreswechsel erreicht. Umso wichtiger ist es, sich rechtzeitig mit einer Impfung bestmöglich zu schützen“, so Holetschek.

Auch in Bayern ist die Influenza-Impfquote laut Holetschek bislang relativ niedrig: Nur rund 37 Prozent in der Altersgruppe ab 60 hätten sich in Bayern impfen lassen. Holetschek: „Hier ist noch viel Luft nach oben.“ Die Grippeschutzimpfung sei auch für das Personal in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen „dringend angeraten“, sagte Holetschek.

Zweifach-Impfung von der STIKO empfohlen

Menschen ab 60 Jahren empfiehlt die STIKO die jährliche Grippeschutzimpfung mit einem Hochdosis-Grippeimpfstoff. Dieser zeigt eine im Vergleich zum Standard-Impfstoff leichte, aber doch signifikant bessere Wirksamkeit bei dieser Altersgruppe.

Holetschek wies auch nochmals darauf hin, dass die Impfungen gegen Grippe und gegen COVID-19 gemäß Empfehlung der STIKO zeitgleich gegeben werden können. Das gilt auch für die COVID-Auffrischungsimpfung. (sve/eb)

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