Kommentar – Kassen-Finanzausgleich

Morbi-RSA wird zum Politikum

Von Wolfgang van den BerghWolfgang van den Bergh Veröffentlicht:

Bitte nicht schon wieder Morbi-RSA! Das sei "Normalos" nicht mehr zu vermitteln, gestand kürzlich ein Kollege. Und dennoch: Für die Krankenkassen ist das Thema enorm wichtig, weil es um einen möglichst zielgenauen Finanzausgleich geht. Und dabei spielen niedergelassene Ärzte eine nicht unbedeutende Rolle, wenn es etwa um das Thema Kodierung geht.

Der Wissenschaftliche Beirat unter Leitung von Professor Jürgen Wasem hat zwei Gutachten vorgelegt und Handlungsempfehlungen formuliert. Im Kern geht es darin um mehr Geld für Kranke als für Gesunde und um die Berücksichtigung so genannter regionalstatistischer Merkmale, wie etwa Haus- und Facharztdichte.

Bekanntermaßen ist die AOK Haupt-Profiteur des jetzigen Systems. Das wurmt die Konkurrenz. Nun signalisiert die AOK Zustimmung zu einem Teil der Vorschläge. Alles im Lot – die Reform könnte in Angriff genommen werden, wenn, ja wenn nicht der indirekte Rausschmiss des Beirats-Chefs und weiterer Mitglieder für Schlagzeilen sorgen würde.

Was mag Herrn Spahn geritten haben, gerade jetzt eine Neubesetzung des Gremiums vorzunehmen? Der Wunsch nach einem Generationswechsel oder der billigen Retourkutsche wegen kritischer Äußerungen zu seinen Gesetzesplänen?

Lesen Sie dazu auch: Beirat für Morbi-RSA-Reform: Spahn lässt Wasem außen vor

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