EuGH-Gutachter

Nicht jede Eizelle ist ein Embryo

Veröffentlicht:

LUXEMBURG. Nicht jede menschliche Eizelle gilt nach Ansicht eines Gutachters beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) als Embryo. So sei eine Eizelle, die sich ohne Befruchtung weiterentwickelt und aus der kein Mensch werden kann, nicht als Embryo anzusehen.

Diese Auffassung vertritt der Generalanwalt in einem am Donnerstag vorgelegten Gutachten für das höchste EU-Gericht. Das Urteil zu parthenogenetisch aktivierten Eizellen wird erst in einigen Monaten fallen. In den meisten Fällen folgt der Gerichtshof dem Gutachter.

Bei der Parthenogenese, der Jungfernzeugung, wird eine nicht befruchtete Eizelle im Labor zur Teilung angeregt. Sie enthält demnach keine väterliche DNA und ist nicht fähig, sich zu einem Menschen zu entwickeln.

Wird die Eizelle jedoch genetisch in einer Weise manipuliert, dass sie sich zu einem Menschen entwickeln kann, muss sie laut Gutachten als menschlicher Embryo angesehen werden. Als solcher ist sie dann nach einer EU-Richtlinie von der Patentierbarkeit ausgeschlossen.

Ein englisches Gericht hatte den Fall an den EuGH verwiesen, nachdem ein Unternehmen eine Technologie zur Herstellung bestimmter Stammzellen aus diesen Eizellen patentieren lassen wollte. Die Anmeldung wurde zurückgewiesen, wogegen das Unternehmen klagte. (dpa)

Mehr zum Thema

COVID-19

Allgemeine Impfpflicht? Ethikexpertinnen eher skeptisch

Vier ausgewählte Schicksale

Kieler Unimedizin erinnert an ihre Opfer der NS-Zeit

Kommentar zum Bundesnotbremse-Urteil

Leben und Gesundheit ganz oben

Schlagworte
Kommentare
Veröffentlichte Meinungsäußerungen entsprechen nicht zwangsläufig der Meinung und Haltung der Ärzte Zeitung.
Dr. Wolfgang P. Bayerl

einer Eizelle (=monoploid) fehlt der zweite Chromosomensatz zur "Teilung"

Vermutlich handelt es sich also um eine diploide Oozyte, vor der Meiose, also der Reifung zur Eizelle.
Müsste auch bei "Spermien" möglich sein.
Da ist die Auswahl dann etwas größer :-)


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Die Coronakrise hat den Pflegekräften an der Charité zugesetzt. Um sie zu unterstützen, gehören inzwischen zehn Psychologen zum Team. Sorgen können dadurch unkompliziert in den Pausen angesprochen werden.

© Alexander Raths / stock.adobe.com

Supervision an der Kaffeetasse

Wie die Charité ihren COVID-Kräften Beistand leistet

Pandemiebedingt sind in den ersten neun Monaten die Arzthonorare bei den 102 Kassen nur um knapp 1,8 Prozent gestiegen. GKV-weit nahmen die Leistungsausgaben inklusive Verwaltungskosten um rund 4,8 Prozent zu.

© Stockfotos-MG / stock.adobe.com

Kassenfinanzen

Kassen bunkern noch 13,6 Milliarden Euro