Berufspolitik

Nur wenige Neuropädiater wählen eine eigene Praxis

In Deutschland gibt es nach Ansicht des Berufsverbandes der Kinderärzte zu wenig Neuropädiater. Patienten müssten bis zu einem halben Jahr auf einen Termin warten.

Veröffentlicht: 11.07.2011, 15:05 Uhr

BERLIN (ras). Die Subspezialisierung schreitet auch in der Pädiatrie in hohem Tempo voran. Trotzdem reicht die Zahl der weitergebildeten Pädiater in vielen Fachrichtungen - wie etwa in der Neuropädiatrie - nicht aus.

Auf diesen Umstand hat Dr. Andreas Sprinz, Sprecher des Ausschusses für pädiatrische Subspezialitäten im Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), beim Kinder- und Jugend-Ärztetag 2011 in Berlin hingewiesen.

In der Neuropädiatrie haben beispielsweise bisher 700 Pädiater ihre Weiterbildung absolviert, von denen 200 niedergelassen sind.

Diese auf den ersten Blick hohe Zahl von Fachärzten reiche aber nicht aus, um den hohen Bedarf an Neuropädiatern in einem sehr breiten Feld innerhalb der Pädiatrie zu decken. Wartezeiten von einem halben Jahr sind daher laut Sprinz keine Ausnahme.

Sprinz: Ambulante Ärzte erfahrener als Klinikkollegen

Eine Lanze brach Sprinz in Berlin vor allen für die ambulant tätigen Neuropädiater. Im Vergleich zu den Ärzten an den Kliniken seien insbesondere bereits langjährige Niedergelassene fachlich häufig deutlich erfahrener.

Zudem verfügten sie auch über bessere Kenntnisse, wie die betroffenen Kinder zusammen mit ihren Eltern die "therapeutischen Potenziale" im direkten regionalen Umfeld am besten nutzen können.

Trotzdem sei eine enge Verzahnung mit den stationär tätigen Neuropädiatern unabdingbar, da viele Kinder nur gemeinsam optimal versorgt werden könnten, sagte der BVKJ-Vertreter.

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