Gesundheitspolitik international

Österreichs Ärzte in Aktion

WIEN (ine). In Wien treffen sich Dienstag auf einem Krisengipfel mehrere hundert Ärzte. Unter anderem diskutieren sie über mögliche Praxisschließungen während der Fußball-Europameisterschaft.

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Ab 16. Juni sollen für drei Tage die Praxen landesweit geschlossen bleiben. Nicht nur die Bürger, auch die Fußballfans müssten sich dann auf lange Wartezeiten in den Ambulanzen der Kliniken einstellen.

"Gehen Sie mit uns auf die Barrikaden", fordern Österreichs Ärzte die Menschen auf. Die Ärzte fürchten, dass die geplante Reform die ambulante Versorgung gefährdet. Wie bereits berichtet, zählen zu den umstrittenen Änderungen der Regierung die Aut-idem-Regelung, wonach Ärzte ihren Patienten künftig nur noch Wirkstoffe verschreiben dürfen.

Ministerin klärt Bürger über Inserate auf.

Zudem sollen Ärzte allen Patienten Quittungen über die erbrachten Leistungen ausstellen und mit der elektronischen Gesundheitsakte arbeiten. Anfang Juni soll das Gesetz den Ministerrat passieren - "diese Systemänderungen sind der massivste Angriff auf unseren Berufsstand seit 50 Jahren", sagen die Ärzte. Auf dem Krisengipfel in Wien soll deshalb über mögliche Protestmaßnahmen gesprochen werden. Unter anderem ist auch eine Großdemonstration am kommenden 3. Juni geplant. "Die Vorbereitungen für die Aktionen laufen auf Hochtouren", sagt der Vizepräsident der Wiener Ärztekammer, Johannes Steinhart.

Doch auch das Gesundheitsministerium ist aktiv geworden. Am Samstag hat Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky damit begonnen, in ganzseitigen Anzeigen in Tageszeitungen die Bürger über ihre Pläne aufzuklären. Sie verteidigt die Reformen und wirbt um Verständnis mit dem Slogan: "Wir bleiben gesund."

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