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Kommentar zur Pflege

Ohne Druck bleiben Fortschritte rar

Florian StaeckVon Florian Staeck Veröffentlicht:

"Pflege-Schande" titelte ein Boulevardblatt im September 2007, als der Medizinische Dienst damals seinen Pflegequalitäts-Bericht vorlegte.

Jeder zehnte Heimbewohner, so das Fazit vor fünf Jahren, bezahlt mit gesundheitlichen Schäden für schlechte Organisation, fehlende Qualitätssicherung und Zeit- und Personalmangel.

Am Dienstag nun haben die Prüfer der Pflege in Heimen und durch ambulante Dienste teilweise Fortschritte bescheinigt - so ist zum Beispiel die Ernährung der Heimbewohner besser geworden.

Anders sieht es dagegen bei Druckgeschwüren aus, der Anteil der betroffenen Pflegebedürftigen ist nicht gesunken. Hier offenbart sich ein Mechanismus: Die Qualität steigt - wie beim Essen und Trinken - dort, wo Prüfer besonders streng hinschauen und eine bessere Dokumentation forcieren.

Anders formuliert: Fortschritte in der ambulanten und stationären Pflege sind keine Selbstläufer.

Doch es warten zusätzliche Herausforderungen: Der Deutsche Ethikrat hat mit seinem neuen Positionspapier zu Demenz den Finger in die Wunde gelegt.

Sollen Demenzkranke, wie es ethisch geboten ist, möglichst lange in ihrer selbstständigen Lebensführung unterstützt werden, dann kostet das mehr Geld.

Lesen Sie dazu auch: Pflegeheime: Schmerztherapie mit Defiziten Potenzial von Demenzkranken anerkennen

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