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Osteuropa leidet unter Ärzte-Flucht

BRÜSSEL (spe). Die letzten beiden Erweiterungsrunden der Europäischen Union um insgesamt zwölf Staaten haben die Abwanderung von Ärzten und Krankenpflegepersonal ins europäische Ausland verstärkt.

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In Großbritannien beispielsweise ist die Zahl der ausländischen Krankenhausärzte zwischen Juli 2004 und März 2007 um 585 gestiegen. Hinzu kamen 1030 Krankenschwestern. Die meisten Auswanderer kommen aus den osteuropäischen und baltischen Staaten. So haben zwischen Mai 2004 und Juni 2006 etwa 5000 polnische Ärzte ihre Heimat verlassen.

Binnen zwei Jahren haben 5000 polnische Ärzte ihr Land verlassen.

Dies geht aus einer bislang unveröffentlichten Studie der internationalen Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervor. Die Studie ist der Frage nachgegangen, wie sich der Bedarf an Fachkräften im Gesundheitswesen dauerhaft sichern lässt. Auch sollte die Studie Anregungen liefern, wie sich die weltweite Mobilität von Ärzten und Krankenpflegepersonal am sinnvollsten steuern lässt. Der EU-Kommission sollen die Ergebnisse als Grundlage für geplante EU-weite Maßnahmen zur Steuerung des Fachkräftebedarfs im Gesundheitswesen dienen.

Fast allen OECD-Staaten, so ein weiteres Ergebnis, mangelt es zunehmend an ärztlichem und pflegerischem Nachwuchs. Wirtschaftlich aufstrebende Staaten wie China und Indien hingegen verzeichneten einen Überschuss an ausgebildeten Fachkräften. Die Migration von Personal aus dem Gesundheitswesen berge jedoch nicht nur Chancen, sondern auch Risiken sowohl für die Heimat- als auch die Gastländer, heißt es in der Studie. Staaten mit hohen Abwanderungsquoten verlören Fachkräfte, ein so genannter Brain-drain sei die Folge. Länder mit einem Bedarf an Fachkräften wiederum könnten nicht davon ausgehen, dass sie ihre Versorgungslücken dauerhaft mit Personal aus dem Ausland schließen können, so die Autoren.

Der zunehmende Bedarf an Fachkräften aus dem Gesundheitswesen und die wachsende Mobilität von Ärzten und Krankenpflegepersonal mache ein Monitoring der Wanderungsbewegungen sowie eine länderübergreifende Zusammenarbeit in den einzelnen Politikfeldern, wie der Gesundheits-, Sozial- und Beschäftigungspolitik erforderlich.

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