PKV: Höhere Beiträge wegen niedrigem Zins?

KÖLN (iss). Das anhaltend niedrige Zinsniveau könnte die privaten Krankenversicherer dazu zwingen, den Rechnungszins zu senken. Die Folge wären steigende Beiträge für neue Kunden.

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Während die Branche zurzeit keine Probleme hat, bei bestehenden Policen den seit Jahren gültigen Wert von 3,5 Prozent zu bedienen, könnte das künftig bei neuen Verträgen schwieriger werden.

Das sagte der Vorsitzende des PKV-Verbands Reinhold Schulte auf der Jahrestagung in Berlin. "Wir müssen diskutieren, ob wir bei neuen Tarifen eventuell einen geringeren Zins einsetzen", sagte Schulte.

Mit dem Rechnungszins müssen die PKV-Anbieter die Alterungsrückstellungen der Kunden bedienen.

Sinkt der Wert, müssen die Versicherer zum Ausgleich die Prämien erhöhen. Weil sie bei diesem Thema ohnehin unter Druck steht, scheute die Branche bislang vor einem solchen Schritt zurück.

Führende PKV-Manager räumen aber ein, dass viele Anbieter nicht mehr lange in der Lage sein werden, den Zins zu erwirtschaften.

Erhöhung von fünf bis acht Prozent möglich

Bislang hat in einem solchen Fall die Finanzaufsicht BaFin die Möglichkeit, einzelne Versicherer zur individuellen Absenkung des Zinses zu zwingen. Das hat sie in Einzelfällen getan.

Betrifft das aber immer mehr Unternehmen, wird eine generelle Absenkung sinnvoll. 2011 habe der tatsächlich erwirtschaftete Wert noch durchschnittlich bei vier Prozent gelegen, sagte Schulte. "Im Moment brauchen wir noch nicht zu reagieren."

Die Branche beobachte den Kapitalmarkt und das gesamtwirtschaftliche Umfeld aber sehr genau. "Was das Neugeschäft betrifft, wird man in den kommenden Wochen nochmals sehr genau hinsehen müssen", sagte er.

Die PKV spricht bereits mit der BaFin über das Thema. Laut Michael Kurtenbach, Chef der Gothaer Krankenversicherung, könnte der künftige Wert für neue Verträge 2,75 Prozent betragen.

Er rechnet damit, dass dies im Neugeschäft zu einer Erhöhung der Beiträge um fünf bis acht Prozent führen könnte.

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