Hamburg

Pädiater beklagen Überlastung

Immer mehr junge Familien ziehen nach Hamburg. Kinderärzte stoßen an ihre Kapazitäts-Grenzen.

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HAMBURG Hamburgs Kinderärzte sind überlastet. Trotz eines Versorgungsgrades von 119 Prozent ist der Andrang in den Praxen so groß, dass manche Kinderärzte keine neuen Patienten mehr annehmen können.

Folgen hat das vor allem für neu nach Hamburg gezogene junge Familien, die für ihre Kinder nach ärztlicher Betreuung suchen. Hamburgs KV-Chef Walter Plassmann nannte in der jüngsten Vertreterversammlung zwei Ursachen für die Entwicklung. Erstens: Die vorgeschriebenen Gesundheitsuntersuchungen sind in den vergangenen Jahren zahlreicher und umfangreicher geworden. Der dafür erforderliche Aufwand ist gestiegen – damit steht weniger Zeit für neue Patienten zur Verfügung.

Zweitens: Hamburg hat einen vergleichsweise hohen Anteil an Fachpädiatern, die auch viele Patienten aus dem Umland betreuen. Ihnen steht weniger Zeit für die pädiatrische Behandlung der Hamburger Kinder zur Verfügung.

Derzeit gibt es in Hamburg 186 Pädiater auf 145 Vollzeitstellen in der ambulanten Versorgung – für Plassmann ist das trotz des hohen Versorgungsgrades nicht ausreichend. "Wir müssen mehr Kinderärzte in Hamburg ansiedeln", steht für ihn fest. Allerdings haben andere Regionen vergleichbare Probleme.

Selbst wenn sich neue Pädiater für Hamburg entscheiden, müssten sie wegen des hohen Versorgungsgrades über Sonderbedarf zugelassen werden. Diesen Weg will die KV verfolgen und in den anstehenden Honorarverhandlungen mit den Krankenkassen auf eine entsprechende Honorarerhöhung drängen. (di)

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