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Rheuma

Patienten halten sich zurück

Eine Erhebung im Auftrag von Pfizer zeigt: Ärzte und Patienten sprechen oft nicht die gleiche Sprache.

Von Susanne Werner Veröffentlicht:

BERLIN. Patienten mit Rheumatoider Arthritis (RA) und deren behandelnde Ärzte sind sich offenbar häufiger uneins, wie sich die jeweilige Behandlung weiter verbessern lässt.

Diese Erkenntnis lässt sich aus einer aktuellen weltweiten Erhebung ziehen, die der Pharmakonzern Pfizer gemeinsam mit Selbsthilfegruppen und anerkannten rheumatologischen Experten konzipiert und unterstützt hat.

Weltweit haben daran 3987 Patienten und 1666 Ärzte aus 15 Ländern teilgenommen. In Deutschland beteiligten sich 525 Rheumatiker sowie 150 Ärzte an der Online-Befragung. "Die Studie zeigt, dass Ärzte und Patienten nicht immer die gleiche Sprache finden", sagte Jörn Kekow, Professor am Uniklinikum Magdeburg.

Viele beklagen Einschränkungen

So stuft ein Viertel der befragten Patienten darin den eigenen Gesundheitszustand als "gut" oder "hervorragend" ein. Weitere 27 Prozent geben an, dass ihre RA unter Kontrolle sei.

Deutlich mehr Patienten klagen jedoch über unterschiedliche Einschränkungen: Etwa jeder Zweite geht bestimmten Aktivitäten im Alltag nicht mehr nach, 30 Prozent haben ihren Arbeitsplatz gewechselt oder sind nicht mehr erwerbstätig. Etwa ein Drittel leidet auch unter Depressionen.

57 Prozent der befragten Ärzte berichten hingegen, dass sich viele Patienten mit ihrer gesundheitlichen Verfassung zufrieden geben, obwohl bei ihnen eine mittelschwere und schwere RA diagnostiziert wurde. Die Mediziner mutmaßen, dass sich diese Patienten mit anderen Behandlungsoptionen möglicherweise besser fühlen würden.

"Viele Patienten geben sich offenbar mit wenig Behandlung zufrieden. Anhaltende Schmerzen und Einschränkungen sehen manche als Bestandteil ihres Lebens an", sagte Kekow.

Behandlungsziel Remission

Die Perspektiven von Patienten und Ärzten klaffen auch bei den Therapiezielen und der Adhärenz auseinander: So ist es zwar für den Arzt klar, dass das Behandlungsziel eine Remission oder zumindest eine niedrige Krankheitsaktivität ist.

Nur vier von zehn Patienten aber sagen, dass sie das Behandlungsziel gemeinsam mit ihrem Arzt definiert haben. Etwa 40 Prozent der chronisch Kranken erklären, dass sie ihre Medikamente nicht gemäß der ärztlichen Verordnung einnehmen würden. Und 71 Prozent wünschten sich, die einzunehmenden Arzneien reduzieren zu können.

60 Prozent der Patienten fällt es zudem schwer, mit ihren Ärzten offen über Sorgen und Ängste zu reden. Mehr als ein Drittel fürchtet, dann als schwieriger Patient angesehen zu werden und nicht mehr qualitativ gut behandelt zu werden.

Auch hinsichtlich der Selbsthilfegruppen gehen die Meinungen zwischen Arzt und Patient auseinander. Während 84 Prozent der Ärzte diese empfehlen und darin eine wichtige Unterstützung für den Kranken sehen, haben sich nur 17 Prozent der Patienten an eine Selbsthilfegruppe gewandt.

Nahezu zwei Drittel der Patienten sehen den Arzt als ihren wichtigsten Ansprechpartner an.

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