Berufspolitik

Patientenberatung - wer zahlt am Ende die Zeche?

Das Modellprojekt "Unabhängige Patientenberatung (UPD) soll fortgesetzt werden. Knackpunkt dürfte die Frage der Finanzierung sein.

Von Thomas HommelThomas Hommel Veröffentlicht:

BERLIN. Das deutsche Gesundheitssystem leistet viel - ist aber für Verbraucher und Patienten kompliziert und undurchsichtig. Viele Bürger wünschen sich daher unabhängige Beratung, wenn es bei der Behandlung oder bei der Kostenübernahme durch die Kasse einmal hakt.

Zu diesem Zweck wurde im Januar 2007 das Modellvorhaben Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) gestartet. Das Angebot umfasst 22 Beratungsstellen, die quer über die Republik verteilt sind und an die sich Verbraucher kostenlos wenden können. Die UPD wird mit fünf Millionen Euro pro Jahr durch die GKV gefördert. Projektträger sind der Sozialverband VdK, der Bundesverband der Verbraucherzentralen sowie der Verbund unabhängige Patientenberatung. Ende 2010 läuft das Projekt aus.

Nach dem Willen von CDU/CSU soll die UPD weitergeführt und in die Regelversorgung überführt werden (wir berichteten kurz). "Das Angebot weist in die richtige Richtung und ist vom Grundsatz richtig", heißt es wohlwollend in einem der "Ärzte Zeitung" vorliegendem Arbeitspapier der Unionsfraktion. Die Union sei daher bereit, die Zahl der Beratungsstellen auf bis zu 40 zu erhöhen, sagte Unions-Gesundheitsexperte Jens Spahn dieser Zeitung.

Voraussetzung für die Weiterführung der UPD sei aber, dass es zu einem Ausschreibungsverfahren komme, an dem sich - neben den bisherigen Gesellschaftern - auch andere Anbieter "im Bereich der Patientenberatung" beteiligen könnten. Genannt werden in diesem Zusammenhang unter anderem das IQWiG in Köln sowie die in den Bundesländern ansässigen Pflegestützpunkte. Zweite Bedingung für die Fortführung der UPD sei, "dass es ein vernetztes und aufeinander abgestimmtes Konzept gibt", sagte Spahn.

Die Gesundheitsexpertin der SPD Carola Reimann sagte, der eigentliche Knackpunkt bei der Fortführung der UPD sei die Frage der Finanzierung. "Das muss geklärt werden - und zwar schnell." Die Kosten für die Beratung dürften nicht allein den Kassen aufgebürdet werden. Die öffentliche Hand müsse sich ebenfalls daran beteiligen, so Reimann.

Mehr zum Thema

Im Videochat erläutert

Warum sich viele Ärzte mit der Digitalisierung schwertun

Pandemierat

Ärzte fordern neue Kennzahl für Corona-Schutzmaßnahmen

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Am Samstag dürfte es hier voller sein: Aldi verkauft ab dann Corona-Tests.

Torten, Toilettenpapier, Test

Ab Samstag Corona-Selbsttest bei Aldi