Direkt zum Inhaltsbereich

Per Mausklick in eine schönere Arbeitswelt

Pflegeberufe haben ein Imageproblem. Im Wettbewerb um qualifiziertes Personal ziehen die Krankenhäuser deshalb oft den Kürzeren. Eine Internet-Plattform soll helfen.

Anno FrickeVon Anno Fricke Veröffentlicht:
Nicht immer wird bei der Visite gelächelt. Pflegekräfte klagen über stressige Arbeitsbedingungen.

Nicht immer wird bei der Visite gelächelt. Pflegekräfte klagen über stressige Arbeitsbedingungen.

© Weissbrod / dpa

BERLIN. Dass die Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt schärfer wird, spüren die Krankenhäuser deutlich. "Es steht nicht mehr in allen Bereichen und allen Regionen genügend pflegerisches Personal zur Verfügung", sagte Annette Widmann-Mauz (CDU) in Berlin. "Und die Lage kann sich noch verschlimmern", warnte die parlamentarische Staatssekretärin im Gesundheitsministerium.

Die Arbeit im Krankenhaus hat ein Imageproblem. Pflege gilt als schlecht bezahlt, ohne Möglichkeitenkeiten zur Karriere und zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Um Krankenhäusern bessere Chancen im Wettbewerb um qualifiziertes Fachkräfte einzuräumen, hat die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für Gesundheit eine Internet-Plattform unter der Überschrift "Attraktives Arbeiten im Krankenhaus" eingerichtet.

Auf der Seite finden sich Beispiele von Krankenhäusern, die ihre Aufgaben neu geordnet und Arbeitsprozesse beschäftigtenfreundlich gegliedert haben. Die Seite nennt auch Ansprechpartner, die Auskunft über die vorgestellten Projekte geben können.

Diese Modelle sind vom Ministerium und der (DKG) zur Nachahmung empfohlen. "Ich hoffe, dass sich viele weitere Krankenhäuser beteiligen", sagte Widmann-Mauz bei der Vorstellung der Internet-Plattform.

Die auf der Seite vorgestellten Projekte sind drei thematischen Schwerpunkten zugeordnet:

  • Bei der "Neuen Arbeitsteilung" werden Beispiele von Übertragung ärztlicher Aufgaben auf das pflegende Personal dargestellt.
  • Im Themenblock "Vereinbarkeit Familie, Freizeit und Beruf" zeigen die Beispiele, wie private und berufliche Interessen leichter in Einklang gebracht werden können.
  • Der Schwerpunkt "Lebensphasengerechtes Arbeiten" zeigt auf, wie für Mitarbeiter des Pflegedienstes Perspektiven im Verlauf des Berufslebens entwickelt werden können.

Gutes Personal zu finden und langfristig an die Krankenhäuser zu binden, sei derzeit eine wichtigere Aufgabe als die Finanzierung der Häuser", sagte der Hauptgeschäftsführer der DKG, Georg Baum. "Wenn es uns nicht gelingt, genügend Menschen für die Pflegeberufe zu begeistern, werden wir Probleme in der Versorgung bekommen", warnte Baum.

Von den rund einer Million Beschäftigten der Krankenhäuser in Deutschland arbeiten etwa 250.000 in der Pflege.

www.pflege-krankenhaus.de

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Elternzeit, Krankheitsvertretung und Co.

Befristete Arbeitsverträge: Welche Fehler Sie vermeiden sollten

Ernährungsberatung

Schilddrüse: Vegane Ernährung verschärft Jodmangel

Übergriffiges Verhalten im Gesundheitswesen

Medizinstudentin zu sexueller Belästigung: „Ich möchte beim Ärztetag nicht mit ,Hase‘ angesprochen werden“

Lesetipps
Ein Stapel mit vielen Büchern

© Frank Rumpenhorst/dpa

State-of-the-Art

Was in den Praxisempfehlungen und Leitlinien der DDG neu ist

Blick über die Schulter eines Trompeters, der ein Konzert spielt.

© Kitreel / Stock.adobe.com

Vielfalt der Musikermedizin

Ihr Patient ist Musiker? Was dann relevant werden könnte