Bundestag

"Personaluntergrenzen kommen 2019"

Koalition will durch Mindeststandards die Pflege im Krankenhaus stärken. Der Opposition sind die neuen Vorgaben zu lasch gestrickt.

Veröffentlicht:

BERLIN. Der Bundestag hat am Donnerstag Personaluntergrenzen in Krankenhäusern beschlossen. Die Regelung wurde angehängt an das Gesetz, mit dem die epidemiologische Überwachung übertragbarer Krankheiten verbessert werden soll. Im Kern geht es dabei um die Schaffung eines elektronisches Melde- und Informationssystems. Das Deutsche Elektronische Meldesystem für Infektionsschutz wird beim Robert Koch-Institut angesiedelt sein und soll spätestens 2021 in Betrieb gehen. Dadurch soll der Datenaustausch zwischen Bundes- und Landesbehörden erleichtert und so die Früherkennung von Krankheitsausbrüchen schneller als bisher gelingen.

Kontrovers beurteilt wurde im Bundestag das Vorhaben, mit Wirkung zum 1. Januar 2019 verbindliche Personaluntergrenzen in sogenannten pflegesensitiven Bereichen zu etablieren. GKV-Spitzenverband und Deutscher Krankenhausgesellschaft kommt dabei die Aufgabe zu, die Bereiche in Kliniken zu definieren, in denen ein erhöhter Pflegeaufwand gegeben ist. Aus Sicht von Harald Weinberg (Linke) hat die Koalition "endlich erkannt, dass der Personaleinsatz im Krankenhaus nicht dem Markt überlassen werden darf, sondern staatliche Vorgaben gemacht werden müssen". Elisabeth Scharfenberg (Grüne) wertet die Vorgaben als "Minimallösung", denn Untergrenzen bedeuteten nur "Mindestmaß". Sie kritisierte zudem, dass die Personalstandards nicht wissenschaftlich ermittelt werden, sondern von Kassen und Kliniken festgelegt werden, die "handfeste finanzielle Interessen verfolgen".

Koalitionspolitiker dagegen betonten, die Regelung sei wasserdicht ausgestaltet worden. "Die Einhaltung der Mindeststandards muss von einem Wirtschaftsprüfer bestätigt werden", sagte Sabine Dittmar (SPD). So wolle man "kreative Lösungen" der Klinikbetreiber mit dem Ziel der Personalverlagerung verhindern. Außerdem gebe die Koalition der Selbstverwaltung einen straffen Zeitplan bis Ende Juni 2018 vor – anderenfalls entscheide das Bundesgesundheitsministerium. "Die Untergrenzen kommen 2019, davon dürfen wir nicht abweichen", sagte Hilde Matteis (SPD).

Sie bezeichnete es als Erfolg, dass im Zuge der parlamentarischen Beratungen Mindestvorgaben auch für den Nachtdienst aufgenommen worden seien. Vorgesehen ist, dass Kliniken, die die Untergrenzen nicht einhalten, mit Vergütungsabschlägen sanktioniert werden können. Bis 2022 soll das Bundesgesundheitsministerium dem Parlament eine Evaluation des neuen Instruments vorlegen. (fst)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

© David Pereiras | iStock (Symboldbild mit Fotomodell)

Dermatomykosen

Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

© Irina Tiumentseva | iStock

Onychomykosen

Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Für Menschen ab 60 Jahren sind die Impfungen gegen Influenza, Corona, Pneumokokken und Herpes zoster (beide nicht im Bild) Standard-Impfungen. Für Menschen ab 75 Jahren kommt die RSV-Impfung hinzu.

© angellodeco / stock.adobe.com

Respiratorisches Synzytial Virus

STIKO: Alle Menschen ab 75 gegen RSV impfen!

Blickdiagnose: klinisches Bild mit typischen Effloreszenzen bei Herpes zoster.

© Mumemories / Getty Images / iStock

Zoster-Impfung

Schutz vor Herpes zoster und Rezidiven

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Pharmakokinetik von Rezafungin bei einer Dosierung von 400mg, gefolgt von 200mg einmal wöchentlich

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [10]

Invasive Candida-Infektionen

Modernes Echinocandin – optimierte Eigenschaften und klinische Vorteile

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mundipharma Deutschland GmbH & Co. KG, Frankfurt/Main

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Podiumsdiskussion von Gilead Sciences beim DÖAK 2025 von links: Dr. Nazifa Qurishi, Fachärztin für Innere Medizin und Infektiologie, Gemeinschaftspraxis Gotenring Köln; Kelly Cavalcanti, HIV-Aktivistin und Referentin für Gesundheit und Empowerment, Köln, und Martin Flörkemeier, Senior Director Public Affairs, Gilead Sciences, München

© Gilead

Unternehmen im Fokus

HIV-Versorgung: Vertrauen in unruhigen Zeiten

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Wo geht es hier zum nächsten Arzttermin? Über Google starten viele Patienten die Suche, neuerdings wird auch Chat-GPT konsultiert. Eher zielgerichtet ist es, direkt nach Terminen zu suchen.

© fotogestoeber / stock.adobe.com

Arzttermine online

Meta-Suchmaschine für Arzttermine soll die Suche effizienter machen

Ein Arzt erläutert seinem Patienten mit Fettlebererkrankung anhand eines Anatomiemodell der Leber die prognostischen Risiken.

© manassanant / stock.adobe.com

Hepatisches Risiko erhöht

Schlank und MASLD – das macht der Leber schwer zu schaffen

Spritze zum Impfen mit Schriftzug

© Fiedels / stock.adobe.com

Hotline Impfen

Stellen Sie Ihre Fragen zum Impfen!