Gesundheitswirtschaft

Pflege wächst rapide, Heimen geht's gut

Pflege ist nicht nur eine Herausforderung für eine älter werdende Gesellschaft, sondern auch ein milliardenschweres Geschäft.

Veröffentlicht:

ESSEN/HAMBURG. 40 Milliarden Euro wurden laut "Pflegeheim-Rating-Report 2015" im Berichtszeitraum 2013 mit ambulanter und stationärer Pflege umgesetzt. Damit, heißt es, sei der Pflegemarkt in der Rückschau bis 1997 von allen Segmenten des Gesundheitsmarktes "am stärksten gewachsen".

Wirtschaftlich gehe es den Pflegeheimen mehrheitlich "relativ gut". Das durchschnittliche Insolvenzrisiko der im Berichtszeitraum begutachteten 2252 Pflegeheime habe lediglich 0,9 Prozent betragen.

Mit 19 Prozent hätten deutlich weniger Häuser Verluste erwirtschaftet, als zwei Jahre zuvor; damals hätten 27 Prozent der Häuser ein negatives Jahresergebnis eingefahren. Vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen, Wertminderung und Mieten (EBITDA) betrug der operative Gewinn der Heime im Schnitt 14 Prozent.

Laut Report waren in der ambulanten und stationären Pflege 2013 etwas mehr als eine Million Personen beschäftigt, davon etwa zwei Drittel in Vollzeit. Die Nachfrage nach Pflegekräften sei nach wie vor höher als das Angebot.

Im diesjährigen März sei die Zahl gemeldeter offener Stellen in Pflegeheimen mehr als dreimal so hoch gewesen wie zur gleichen Zeit vor acht Jahren. Bis 2020 rechnen die Studien-Autoren mit einer Zunahme der Pflegebedürftigen von heute 2,6 Milliarden Personen auf dann 3,0 Milliarden. Bis 2030 könnten es bundesweit sogar 3,5 Millionen Pflegebedürftige geben.

Um den Bedarf befriedigen zu können, seien neue Heime nötig. Das erforderliche Investitionsvolumen wird auf 60 bis 80 Milliarden Euro taxiert. Das könnten öffentliche oder freigemeinnützige Träger alleine nicht aufbringen.

Ohne privates Kapital "wird es nicht gehen", heißt es. Den politischen Entscheidern raten die Studienautoren, dies zu berücksichtigen und gesetzliche Regularien "so schlank wie möglich zu gestalten", damit Investoren eine risikogerechte Verzinsung erwarten können. (cw)

Mehr zum Thema

Streit um Tarifgesetz

SPD wirft Spahn Mogelpackung bei Pflegegehältern vor

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Nachmittags: das schnelle Telegramm. Am Morgen: Ihr individuell zusammengestellter Themenmix.

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Das Bundesverfassungsgericht hat das Recht auf selbstbestimmtes Sterben in jeder Lebensphase, auch ohne Krankheit, betont. Ärzte wollen nun ein starkes Signal senden, dass der ärztlich assistierte Suizid keine ärztliche Aufgabe ist.
Update

Berufsrecht beim DÄT

Ärztetag hebt Verbot der Suizidbeihilfe auf

Die COVID-Impfung bei Schwangeren könnte sich lohnen: Allein das Frühgeburtsrisiko liegt bei SARS-CoV-2 positiv getesteten Frauen bis zu 80 Prozent höher als bei gesunden.

Elf Fachverbände einig

Frauenärzte empfehlen COVID-19-Impfung für Schwangere

Apathie, Gleichgültigkeit - kommt es plötzlich zu ungewohntem Verhalten, kann dies vielleicht auch der Beginn einer Demenz sein.

Tagung der amerikanischen Psychiatervereinigung APA

Hohes Demenzrisiko bei Patienten mit Verhaltensänderungen