Schleswig-Holstein

Pflegekammer will Klasse statt Masse!

Trotz des dramatischen Pflege-Fachkräftemangels in Schleswig-Holstein drängt die Pflegekammer auf Qualität statt Quantität.

Veröffentlicht: 16.12.2019, 16:45 Uhr

Neumünster. Schleswig-Holstein steuert in allen Bereichen der Pflege auf einen Mangel an Fachkräften zu. Die Pflegeberufekammer warnt vor einem „dramatischen Engpass“.

Schon heute kommen im Norden nur 9,35 Pflegekräfte auf 100 000 Einwohner, laut OECD-Statistik sind es bundesweit 12,9. Der steigende Anteil der Pflegebedürftigen führt laut Pflegeberufekammer zu einem Mehrbedarf an Fachkräften von rund 15 000 Pflegestellen bis zum Jahr 2030.

Um den decken zu können, forderte Kammerpräsidentin Patricia Drube verstärkte Anstrengungen in der Ausbildung und „alles zu tun, um junge Menschen für den Pflegeberuf zu gewinnen“.

Bessere Rahmenbedingungen gefordert

Daten der Kammer zeigen, dass 40 Prozent ihrer 27 000 registrierten Mitglieder 51 Jahre oder älter sind und deshalb voraussichtlich innerhalb der nächsten zehn bis zwölf Jahre aus dem Beruf ausscheiden werden.

Dennoch will die Kammer „Masse statt Klasse“ bei der Gewinnung neuer Pflegekräfte vermeiden. Es gehe darum, solche junge Menschen anzusprechen, „die diesen fachlich und persönlich anspruchsvollen, aber auch vielseitigen Beruf als Beginn eines lebenslangen Lernprozesses ergreifen wollen“, so die Körperschaft.

Zugleich müssten Rahmenbedingungen verbessert werden. Als Beispiele nannte die Kammer „faire Löhne, verlässliche Dienstpläne, flexible Arbeitszeitmodelle und wertschätzende Führung“.

Wechselbewegungen sollen erfasst werden

Die kürzlich veröffentlichte Pflegeberufe-Statistik für den Norden erlaubt der Kammer auch eine Differenzierung nach Qualifikation und Region und damit Einblick in die landesweite Beschäftigungssituation.

Um diesen zu verfeinern, will die Kammer künftig auch zum Beispiel Wechselbewegungen der Pflegenden in andere Regionen und Sektoren erfassen und damit eine Grundlage für Maßnahmen von Politik und Arbeitgebern schaffen, mit denen auf Engpässe reagiert werden könnte. (di)

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