Kommentar – Barmer-Pflegereport

Pflegende Angehörige brauchen Unterstützung

Von Wolfgang van den BerghWolfgang van den Bergh Veröffentlicht:

Stell dir vor, pflegende Angehörige pflegen nicht mehr. Das klingt überspitzt, scheint aber nicht völlig aus der Luft gegriffen. Auch wenn nach dem aktuellen Pflegereport der Barmer ein großer Teil der etwa 2,5 Millionen pflegenden Angehörigen bereit ist, weiterhin ihre Verwandten zu Hause zu pflegen, sagen immerhin 180.000, dass sie am Limit und kurz davor seien, die Pflege einzustellen.

Und dann? Ab ins Heim mit dem Angehörigen? Keine Chance! Die Probleme hier sind hinlänglich bekannt. Pflegende Angehörige brauchen Unterstützung.

Ja, richtig, die Bundesregierung plant Entlastungen, etwa wenn pflegende Angehörige in die Reha müssen. Regelungen zu Auszeiten, sozialer Absicherung und Freistellung vom Beruf sind längst beschlossen. Doch werden diese Angebote auch genutzt? Nein, weil viel zu bürokratisch, erfahren wir aus der Barmer-Befragung.

Die Kasse geht mit ihrer Online-Antragstellung auf Pflegeleistungen einen ersten Schritt. Das ist ganz nett. Aber eigentlich bräuchte es ein ganzes Maßnahmen-Paket – ein Pflegende-Angehörige-Gesetz.

Lesen Sie dazu auch: Barmer-Pflegereport: „Viele pflegende Angehörige an Belastbarkeitsgrenze“

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