Hamburg/Hessen

Pflegekräfte und MFA besonders oft mit COVID-19-AU

Die Allgemeinen Ortskrankenkassen in Hamburg und Hessen melden überdurchschnittlich viele Corona-Krankmeldungen im Gesundheitswesen.

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Mitarbeiter im Gesundheitswesen waren wegen COVID-19-Infektionen von März bis Mai besonders häufig krank geschrieben.

Mitarbeiter im Gesundheitswesen waren wegen COVID-19-Infektionen von März bis Mai besonders häufig krank geschrieben.

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Hamburg/Bad Homburg. Gesundheitsberufe sind in Hamburg überdurchschnittlich häufig arbeitsunfähig, weil sie an COVID-19 erkranken. Insbesondere Altenpfleger, MFA und zahnmedizinische Fachangestellte (ZFA) sind betroffen. Dies ergab eine Analyse der Arbeitsunfähigkeitsdaten der AOK-Versicherten in der Hansestadt.

„Arbeitnehmer aus systemrelevanten Berufen, die auch während der Lockdown-Phase vor Ort im Einsatz waren und viel Kontakt zu Menschen hatten, scheinen besonders oft von COVID-19 betroffen gewesen zu sein“, sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der AOK Rheinland/Hamburg, Rolf Buchwitz. Er bezieht sich auf eine Analyse seiner Kasse, wonach in der Zeit von März bis Mai von den 140 .000 AOK-versicherten Erwerbstätigen in Hamburg 687 Beschäftigte wegen Corona arbeitsunfähig waren. Die höchste AU-Quote weisen nach Maschinen- und Anlagenführern (1,57 Prozent) die Altenpfleger (1,46 Prozent), MFA (1,4 Prozent) und ZFA (1,37 Prozent) auf. Die Quote bei den Mitarbeitern in der Gesundheits- und Krankenpflege betrug 0,67 Prozent. Der Durchschnitt über alle Beschäftigungsgruppen lag bei 0,5 Prozent.

Frauen häufiger betroffen

Frauen waren mit 0,57 Prozent häufiger wegen Corona arbeitsunfähig als Männer (0,43 Prozent). Die Statistik zeigt auch, dass ältere Arbeitnehmer ab 60 Jahren mit 0,75 Prozent am häufigsten wegen COVID-19 krankgeschrieben wurden. Bei den jüngeren Beschäftigten zwischen 20 und 29 Jahren lag dieser Anteil nur bei 0,41 Prozent.

In Hessen sind die Beschäftigten in Gesundheitsberufen zwischen März und Mai sogar die mit Abstand am stärksten von Krankschreibungen im Zusammenhang mit COVID-19 Betroffenen. Laut Mitteilung der AOK Hessen haben in diesem Zeitraum 1004 von 100 .000 Altenpflegerinnen und –pfleger im Zusammenhang mit COVID-19 an ihrem Arbeitsplatz gefehlt – das entspricht einer AU-Quote von etwa einem Prozent. Damit liege diese Berufsgruppe ungefähr dreimal über dem Durchschnittswert von 317 Krankheitsfällen je 100 .000 AOK-versicherten Beschäftigten. Auf den nächsten Plätzen folgen demnach medizinische Fachangestellte (923/100 .000) und Krankenpflegerinnen und -pfleger (906/100 .000).

Höhere Quoten bei jüngeren Beschäftigten

Insgesamt sei von den 690 .000 AOK-versicherten erwerbstätigen Hessen von März bis Mai circa 2200 Beschäftigten eine Arbeitsunfähigkeit in diesem Zusammenhang bescheinigt worden. Das entspricht etwas über 0,3 Prozent.

Wie in Hamburg waren auch in Hessen Frauen häufiger (0,38 Prozent) betroffen als Männer (0,27 Prozent). Unter den jüngeren Beschäftigten bis zu 20 Jahren waren Krankmeldungen mit Bezug zu COVID-19 am häufigsten (0,45 Prozent), bei den 30- bis 39-jährigen Erwerbstätigen am seltensten (0,27 Prozent). (di/bar)

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