GBA-Qualitätskonferenz

Politik beharrt auf Anreizen

Unbeirrt hält das Bundesgesundheitsministerium an seiner Qualitätsstrategie für Kliniken fest. Die aber sehen sich schon auf der Zielgeraden, wenn es nicht an Personal fehlen würde.

Von Martina Merten Veröffentlicht:
Ausreichend Personal ist ein zentraler Punkt, wenn es zur Qualitätssicherung kommt.

Ausreichend Personal ist ein zentraler Punkt, wenn es zur Qualitätssicherung kommt.

© Kzenon / Fotolia.com

BERLIN. Die Politik setzt auf mehr Qualitätsorientierung im Gesundheitswesen. "Wir glauben an die Belohnung für gute Qualität durch eine qualitätsorientierte Vergütung wie mit dem Krankenhausstrukturgesetz vorgesehen", sagte die Parlamentarische Staatssekretärin im BMG, Ingrid Fischbach am Donnerstag zum Auftakt der GBA-Qualitätssicherungskonferenz.

Dies gelte auch dann, wenn die Selbstverwaltung diesen Punkt kritisch sehe. Den Kontrapunkt setzte Dr. Bernd Metzinger von der Deutschen Krankenhausgesellschaft: "Die Politik meint, ausgerechnet für den stationären Bereich noch mehr an Qualitätssicherung durch Zu- und Abschläge einführen zu müssen."

Dabei zeigten die Ergebnisse des Qualitätsreports 2014 nach Lesart der DKG, dass 99,9 Prozent der Kliniken bereits qualitativ gut arbeiteten. Woran es den Kliniken für gute Qualität allerdings nach wie vor mangele, sei ausreichend Personal.

Verbesserung in 15,6 Prozent der Indikatoren

Für den Qualitätsbericht, der jährlich erscheint, wurden in 1557 Krankenhäusern rund 3,5 Millionen Datensätze zu 416 Qualitätsindikatoren aus 30 Leistungsbereichen erhoben. Das Fazit: 15,6 Prozent der Qualitätsindikatoren zeigen Verbesserungen auf. Bei 3,4 Prozent wurden eine Verschlechterung und bei 79,3 Prozent ein flächendeckend stabiles Qualitätsniveau festgestellt.

Der einzige noch existierende Mangel ist nach Ansicht von Metzinger fehlendes Wissen darüber, wie es für den Patienten nach der Entlassung aus dem Krankenhaus weitergehe. Diese Lücke soll die ab 2016 etablierte sektorenübergreifende Qualitätssicherung schließen.

Der Geschäftsführer des AQUA-Instituts, Professor Joachim Szecsenyi, bezeichnete die Ergebnisse des von seinem Institut erarbeiteten Qualitätsreports als gute Grundlage für die Arbeit des neuen Instituts für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG), das die Aufgaben von AQUA 2016 übernimmt.

Big Data berücksichtigen

Dr. Regina Klakow-Franck, unparteiisches Mitglied und Vorsitzende des Unterausschusses Qualitätssicherung im GBA, verwies auf die Bedeutung zweier aktueller Trends im Gesundheitswesen, die Auswirkungen auch auf die Qualität haben: Big Data und Public Reporting.

Derzeit arbeitet der Deutsche Ethikrat an einer Stellungnahme zu Big Data.

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