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Präventionsmodelle werden kaum hinterfragt

KÖLN (iss). In Deutschland sollten gleich mehrere verschiedene Präventionsmaßnahmen zugleich zeitlich und regional begrenzt eingeführt und evaluiert werden. Das empfehlen Wissenschaftler des Instituts für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie (IGKE) am Universitätsklinikum Köln.

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"Das würde einen Wettbewerb zwischen verschiedenen Programmen entfachen", sagt der kommissarische IGKE-Leiter Dr. Markus Lüngen. Effektive Ansätze würden sich so leichter herausfiltern lassen.

Eine von der gewerkschaftsnahen Hans Böckler Stiftung geförderte Studie des IGKE hat gezeigt: Der Blick ins Ausland bringt bei der Suche nach sinnvollen und förderungswürdigen Präventionsmaßnahmen nichts. Die Wissenschaftler haben insgesamt 106 Präventionsmaßnahmen aus 13 Ländern untersucht, die einen mit Deutschland vergleichbaren sozioökonomischen Status haben.

Einbezogen waren die Bereiche Depression bei Kindern und Jugendlichen, Bewegung im Betrieb, Ernährung in der Schule und auch Raucherentwöhnung bei Schwangeren.

Nur sechs von 106 Projekten wurden evaluiert.

Das ernüchternde und für die Wissenschaftler ziemlich überraschende Ergebnis: Nur bei sechs Maßnahmen konnte das IGKE die Effektivität nachweisen. "Wir waren erschüttert, wie schlecht die Evidenz im Bereich der Prävention ist", sagte Lüngen der "Ärzte Zeitung". Die Recherche habe gezeigt, dass ein sehr großer Teil der Maßnahmen nie evaluiert wurde. "Häufig wurde schon der Aufbau guter Strukturen als Erfolg genommen", berichtet er.

Ursprüngliches Ziel der Studie war es gewesen, gute internationale Präventionsansätze herauszufinden und ihre Übertragbarkeit auf Deutschland zu prüfen. Das sollte der Diskussion um das Präventionsgesetz einen positiven Schub geben, so die Hoffnung.

Die Ergebnisse der Untersuchung dürften jetzt nicht als Argument gegen das Präventionsgesetz gelten, fordert Lüngen. Man sollte aber in das Gesetz eine Klausel über die zeitliche Befristung von Maßnahmen und ihre Evaluation aufnehmen. "Es geht um den Nachweis der Wirkung", sagt er.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Mehr Belege für Sinn der Prävention!

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