Kommentar zum Krach um neue Krebsmedikamente

Produktiver Streit

Von Helmut LaschetHelmut Laschet Veröffentlicht: 28.03.2013, 14:14 Uhr

Es ist ungewöhnlich, mit welcher Schärfe sich eine Fachgesellschaft wie die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) und das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) über Methoden der Nutzenbewertung und dabei angewendete Parameter streiten.

Dass von beiden Seiten Öffentlichkeit hergestellt wird, ist zu begrüßen. Es bleibt die Frage, ob am Ende auch ein Erkenntnisgewinn stehen bleibt.

Das erfordert zumindest anzuerkennen - und zwar vom Bundesausschuss wie auch vom IQWiG -, dass die beim Start einer frühen Nutzenbewertung vorliegenden Daten über einen neuen Wirkstoff vorläufig sind und ein abschließendes Urteil nicht erlauben.

Die Wirkung der frühen Nutzenbewertung kann aber durchaus eine andere sein: Aus dem nicht selten aus formalen Gründen fehlenden Beleg für den Nachweis eines Zusatznutzens wird allzu leicht abgeleitet, dieser existiere nicht.

Zumindest für die Findung des Erstattungspreises liegt diese Schlussfolgerung nahe. Die ökonomische Schlussfolgerung aus dem Ergebnis der Nutzenbewertung ist ein zwangsläufiges Faktum - es darf aber kein unveränderliches sein. Wird dies anerkannt, so ist der Schlagabtausch DGHO/IQWiG sicher produktiv.

Lesen Sie dazu auch: Frühe Nutzenbewertung: Krach um neue Krebsmedikamente

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