Innovationsfonds

Projekt gegen chronischen Schmerz

Handeln, bevor Schmerzen chronisch werden– das ist Ziel eines Forschungsprojekts, an dem auch die Barmer beteiligt ist.

Veröffentlicht: 24.10.2018, 10:54 Uhr

MANNHEIM. Für Patienten mit einem Risiko für eine Chronifizierung des Schmerzes hat die Deutsche Schmerzgesellschaft (DSG) mit der Barmer und weiteren Partnern ein Projekt initiiert: PAIN2020 steht für "Patientenorientiert. Abgestuft. Interdisziplinär. Netzwerk".

Mit PAIN2020 soll geklärt werden, ob sich die Versorgungssituation von Patienten verbessern lässt, wenn sie frühzeitig eine interdisziplinäre Diagnostik und entsprechende Therapieempfehlungen erhalten. Das Modellprojekt wird vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) mit sieben Millionen Euro gefördert, läuft über drei Jahre und soll insgesamt 6000 Patienten aufnehmen.

Innovative Behandlungsmodule

In den nächsten drei Jahren untersuchen Wissenschaftler, wie Patienten vor einer Chronifizierung ihrer Schmerzen bewahrt werden können. Ein Team aus Ärzten, Psychologen und Physiotherapeuten klärt bereits nach sechs Wochen anhaltender Schmerzen gemeinsam ab, welche Therapie der Patient erhalten soll. Zwei neu entwickelte ambulante Behandlungsmodule werden dabei zur üblichen Therapie ergänzt.

Dabei geht es auch darum, gefährdete Patienten für Eigenverantwortung und schmerzreduzierende Strategien im Alltag zu sensibilisieren, so DSG-Präsident Professor Martin Schmelz in der vergangenen Woche beim Deutsche Schmerzkongress in Mannheim.

Lebensqualität sinkt

"Die körperlichen und psychosozialen Beeinträchtigungen durch chronischen Schmerz sind für die Patienten enorm", erläuterte Schmelz, "die Lebensqualität sinkt, Probleme im Arbeitsleben und im sozialen Umfeld können die Folge sein". Je früher eine umfassende Therapie bei gefährdeten Patienten beginne, desto größer sei die Chance, chronische Schmerzen zu vermeiden.

Wenn Patienten über einen Zeitraum von mindestens drei bis sechs Monaten über Schmerzen klagen, die ihre gesamte Lebenswelt beeinflussen, sprechen Experten von chronischem Schmerz, so Schmelz. 7,5 Prozent der Bevölkerung klagen über eine schwere körperliche, weitere 2,3 Prozent über eine kombinierter körperliche und psychosoziale Beeinträchtigung durch Schmerzen. (fuh)

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Kommentar: Das Ende der Stagnation

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