Hausarzt-EBM

Rechenbeispiele beunruhigen die KVen

Die Diskussionen über die EBM-Reform gehen weiter: Bei der Sonder-VV der KBV ist über den Hausarzt-EBM als solchen nicht abgestimmt worden. Dafür erteilten die Delegierten einen Verhandlungsauftrag. Für Unruhe sorgen offenbar die Simulationsrechnungen.

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Die Diskussionen über den Hausarzt-EBM gehen auch nach der Sonder-VV weiter.

Die Diskussionen über den Hausarzt-EBM gehen auch nach der Sonder-VV weiter.

© Martin Chalou / fotolia.com

Von Ilse Schlingensiepen, Sunna Gieseke, Florian Staeck, Hauke Gerlof und Anno Fricke

BERLIN. Der neue Hausarzt-EBM biegt auf die Zielgerade ein. Die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) hat einem Verhandlungskonzept des Vorstandes am Freitag in fachöffentlicher Sitzung zugestimmt.

Wie die "Ärzte Zeitung" erfahren hat, stimmten 26 Delegierte dafür, 13 enthielten sich. Über den EBM als solchen haben die Delegierten nicht abgestimmt.

Der Antrag des Vorstandes zielte vielmehr auf die Verhandlungsstrategie ab, mit der die KBV-Spitze am Mittwoch in die Gespräche im Bewertungsausschuss gehen soll.

Äußerungen aus der Sitzung zufolge wollen die Ärzte keine grundsätzlichen Änderungen am Gesamtkonzept mehr akzeptieren.

Die Gemüter scheinen sich weitgehend beruhigt zu haben. "Die Diskussionen waren sachlicher als bei früheren Verhandlungen", sagte der Vorstandsvorsitzende der KV Westfalen-Lippe, Dr. Wolfgang-Axel Dryden, der "Ärzte Zeitung".

Diskussionen gehen weiter

Der Vorstand hatte mit einem Vorschlag zur Güte aufgewartet. "Bei dem Hausärzte-EBM wird die Kassenärztliche Bundesvereinigung den KVen die Datengrundlage für Simulationsberechnungen zur Verfügung stellen", sagte KBV-Sprecher Roland Stahl der "Ärzte Zeitung".

Das soll bereits Anfang Juli geschehen. Ein Antrag, der der "Ärzte Zeitung" vorliegt, mit dem der Vorstand dazu von der Versammlung aufgefordert worden wäre, wurde darauf hin nicht mehr abgestimmt.

Beendet sind die Diskussionen damit noch nicht. "Über die Weiterentwicklung des Hausarzt-EBM ist mit Sicherheit noch nicht das letzte Wort gesprochen," sagte Dryden.

Es müsse gewährleistet sein, dass die gewünschte Stärkung der Versorgerpraxen und der Kooperationsformen auch tatsächlich erreicht werde.

Die vom KBV-Vorstand bereits vorgelegten Simulationsrechnungen hatten dann wohl doch Unruhe ausgelöst. "Bei den Simulationen haben sich einige Effekte gezeigt, die nicht akzeptabel sind und die korrigiert werden müssen", sagte Dryden.

Man sei sich einig darüber, dass es keinen EBM um des EBM willen geben solle, sondern um bestimmte Ziele zu erreichen.

"Wenn die Strukturen durch Änderungen im Bewertungsausschuss konterkariert würden, werden wir die Ziele in den Vordergrund stellen", betonte Hausarzt Dryden.

KVen sollen Auswirkungen berechnen

Skeptisch äußerte sich Dr. Peter Potthoff, Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein.

"Die KBV wird den KVen jetzt ein Tool zur Verfügung stellen, damit sie die Auswirkungen berechnen können. Die KVen sollen der KBV die Ergebnisse melden, die sie berücksichtigen will. Aus der Vergangenheit wissen wir aber, wie das ist mit dem Berücksichtigen der Effekte", sagte Potthoff der "Ärzte Zeitung".

Das Ruhrgebiet müsse durch den Hausarzt-EBM mit Verlusten rechnen. Kritik gab es auch daran, dass mit viel Aufwand Geld hin- und hergeschoben werde, ohne dass mehr Geld ins System komme.

Lesen Sie dazu auch: Facharzt-EBM: Internisten üben Kritik

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