PKV

Rechnungszins wird zur Stolperfalle

Immer mehr Privat-Versicherer können ihren Rechnungszins nicht mehr aus ihren Kapitalanlagen erwirtschaften. Die Folge: Sie müssen die Policenbeiträge anheben.

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KÖLN. Die gegenwärtige globale Finanzmarktkrise hinterlässt auch in der privaten Krankenversicherung (PKV) zunehmend ihre Spuren.

Immer mehr Unternehmen der Branche haben Schwierigkeiten, den für die Kalkulation zugrunde gelegten Rechnungszins mit ihren Kapitalanlagen tatsächlich zu erwirtschaften.

Die betroffenen Versicherer müssen den Rechnungszins absenken, was zu steigenden Policenbeiträgen für die Kunden führt.

Viele Anbieter haben Rechnungszins gesenkt

Der Rechnungszins in der PKV hat über Jahre bei 3,5 Prozent gelegen. Mit der Umstellung auf die geschlechtsneutralen Unisex-Tarife haben ihn die meisten Anbieter für das Neugeschäft bereits auf 2,75 Prozent oder 2,5 Prozent gesenkt.

Über den sogenannten aktuariellen Unternehmenszins (AUZ) ermittelt die Finanzaufsicht BaFin in jedem Jahr, ob die einzelnen PKV-Anbieter in der Lage sind, in den folgenden zwei Jahren den Rechnungszins zu erwirtschaften.

Tun sie das nicht, müssen die Versicherer bei der nächsten Beitragsanpassung den Wert entsprechend nach unten korrigieren. Mit dem Rechnungszins werden die von den Kunden angesparten Alterungsrückstellungen verzinst, mit denen Beitragssteigerungen im Alter abgefedert werden.

Verringert sich der Zins, wird zum Ausgleich eine Erhöhung der Prämien notwendig, um die Alterungsrückstellungen auf dem erforderlichen Niveau zu halten.

Keine Angaben über Höhe der Abweichungen

Das Ergebnis der im April 2013 durchgeführten AUZ-Verfahren war ernüchternd: 18 von 48 teilnehmenden PKV-Unternehmen haben die Latte gerissen, sie müssen ihren Rechnungszins bei der nächsten Beitragsanpassung senken.

Über die Höhe der Abweichungen oder über durchschnittliche Werte macht die BaFin keine Angaben. Bei den Verfahren in den Jahren 2011 und 2012 hatten jeweils zwei Versicherer nicht nachweisen können, dass sie den Rechnungszins mit hoher Sicherheit erwirtschaften werden.

Bei ihnen ist der Zins für die Tarife, in denen es eine Beitragsanpassung gab, bereits gesenkt worden. (iss)

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Kommentare
Veröffentlichte Meinungsäußerungen entsprechen nicht zwangsläufig der Meinung und Haltung der Ärzte Zeitung.
Carsten Windt

Die Kosten des Alters

Was soll der Beitrag uns sagen? Wir leben zur Zeit in einer erheblichen Nidrigzinsphase. Auch die Versicherer können nicht zaubern. Auf der einen Seite wird von Verbrauchern und den sogenannten "Verbraucherschützern" eine AAA-Anlage verlangt auf der anderen Seite sind sichere Papiere kaum mit 2% Verzinsung zu bekommen. 3,5% Verzinsung ist da eine sehr sportliche Forderung.Umgekehrt wird Versicherung teuerer, da die fürs Alter erforderliche Rückstellungen nicht mehr so schnell wachsen.
Aber ist das eine Stolperfalle? Nein.


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