Direkt zum Inhaltsbereich

Versorgungsengpass

Rheuma-Patienten brauchen oft viel Geduld

Mehr als zwei Jahre können vergehen, bis Patienten von einem Rheumatologen behandelt werden.

Von Anke Thomas Veröffentlicht:

Berlin. Nach wie vor bestehen in Deutschland große Versorgungsprobleme bei der Behandlung von Rheumapatienten, erklärte Rotraut Schmale-Grede, Präsidentin der Deutschen Rheuma-Liga Bundesverband auf dem 47. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh).

So vergehe immer noch viel Zeit, bis Menschen, die neu an entzündlichem Rheuma erkrankt seien, mit einer Therapie beginnen würden.

Im Jahr 2017 etwa hätte es bei 17 Prozent der Patienten mit Rheumatoider Arthritis und 41 Prozent der Patienten mit Ankylosierender Spondylitis mehr als zwei Jahre gedauert, bis diese Patienten von einem Rheumatologen behandelt worden seien und ihre Therapie hätten starten können, so Schmale-Grede.

Das bedeute für Betroffene, dass sie die Chance auf eine schnell beginnende Therapie und eine möglicherweise sogar medikamentenfreie Remission verpassen würden.

Selten Krankengymnastik

Daneben sei auch die Versorgung mit Heilmitteln noch viel zu gering, kritisierte Schmale-Grede weiter. Laut der Kerndokumentation des Deutschen Rheuma-Forschungszentrums hätten weniger als 30 Prozent der Betroffenen 2017 Krankengymnastik erhalten.

Bei Betroffenen mit starken Funktionseinschränkungen (Funktionsfragebogen Hannover (FFbH)) unter 50 Jahren hätten nur 35 Prozent der Männer und 51 Prozent der Frauen Krankengymnastik auf Rezept erhalten. Ergotherapie hätten vier Prozent der Männer und sechs Prozent der betroffenen Frauen unter den schwer betroffenen Rheumakranken erhalten.

Dabei seien die Möglichkeiten, Heilmittel ohne spätere Regresse zu verordnen, durch den Gemeinsamen Bundesausschuss deutlich verbessert worden.

Immer bessere Behandlung

Einen Grund für die lange Wartezeit auf die Behandlung beim Rheumatologen sieht Schmale-Grede darin, dass es zu wenige niedergelassene, spezialisierte Fachärzten gibt Zwar seien mit der Neuordnung der Bedarfsplanung rund hundert neue Arztsitze für Rheumatologen in Deutschland geschaffen worden. Die neuen Arztsitze würden aber sicher nicht so schnell besetzt werden können, so die Liga-Präsidentin.

Allerdings gebe es auch eine gute Nachricht, meinte Schmale-Grede. Rheumakranke Menschen könnten immer besser behandelt werden. Deshalb seien Rheumapatienten heute deutlich funktionsfähiger als noch vor zehn bis 15 Jahren.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Mittlere Veränderung des DAS28-CRP bis Woche 52 gegenüber Ausgangswert (primärer Wirksamkeitsendpunkt)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Anti-TNF-Therapie

Erstes Golimumab-Biosimilar erweitert Therapiespielräume bei RA, PsA, axSpA und pJIA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Abb. 2: ADA und nAb unter AVT05 und Referenz-Golimumab bis Woche 16

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Colitis ulcerosa

Das erste Golimumab-Biosimilar erweitert die Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Abb. 1: Anteil der PMR-Patientinnen und -Patienten mit anhaltender Remission (primärer Endpunkt)

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [3]

Erstes steroidsparendes Biologikum bei Polymyalgia rheumatica

Sarilumab schließt eine therapeutische Lücke

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt a. M.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Ältere Frau versucht, sich mit einem Fan abzukühlen.

© solidcolours/Getty Images/iStock

Tipps

Sommerhitze: Das ist wichtig bei älteren Patienten