Nordrhein-Westfalen

SARS-COV-2-Studie in Kitas gestartet

Um Hygienekonzepte für den Betrieb von Kitas zu entwickeln, wurde in Bonn eine Studie zu SARS-CoV-2 gestartet. 160 Kinder und auch Erzieher sollen getestet werden.

Von Christian Bellmann Veröffentlicht: 28.05.2020, 19:04 Uhr
SARS-COV-2-Studie in Kitas gestartet

Um einen Kita-Betrieb zu ermöglichen, der der für Kinder und Erzieher medizinisch vertretbar ist, wurde in Bonn eine SARS-CoV-2 Studie gestartet. Ein Ziel ist es, geeignete Hygienekonzepte zu entwickeln.

© Anke Thomass / stock.adobe.com

Bonn. Das Universitätsklinikum Bonn (UKB) und die Stadt Bonn wollen sich mit einer Studie ein Bild über die Risiken von Infektionen mit SARS-CoV-2 in Kindertagesstätten machen. Die in dieser Woche gestartete Untersuchung trägt den Namen KiRaSu, das steht für Verlaufsbeobachtung (Surveillance) und Risikoabschätzung (Risk Assessment) in Kitas. Beteiligt sind das Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit an der UKB, die Medizinische Klinik I der UKB, das Amt für Kinder, Jugend und Familie der Stadt Bonn sowie das Gesundheitsamt.

Ein Ziel der Studie ist, Hygienekonzepte abzuleiten, um einen Kita-Betrieb zu ermöglichen, der für Kinder und Fachkräfte hygienisch-medizinisch vertretbar ist. Hintergrund ist, dass Nordrhein-Westfalen ab dem 8. Juni 2020 bei der Kindertagesbetreuung von der Notbetreuung in den eingeschränkten Regelbetrieb wechselt.

Tests bei Kindern und Erziehern

Dafür werden an der Kindertagesstätte „Am Stadion“ im Bonner Stadtbezirk Beuel und an der Betriebskita des UKB Kindern im Alter von einem bis sechs Jahren in Anwesenheit der Eltern Rachenabstriche entnommen, ebenso den Erzieherinnen und Erziehern. Das Institut für Virologie testet diese dann auf SARS-CoV-2. Zweites Element der Studie sind Fragebögen, mit denen Informationen etwa zum Hygieneverhalten, zum Spielverhalten der Kinder und zum Umgang in der Familie mit der SARS-CoV-2-Thematik gewonnen werden sollen.

„80 von 160 Kindern sind bereits getestet“, berichtete Oberärztin Dr. Ricarda Schmithausen, die die Untersuchung leitet, am Donnerstag in Bonn. Erste Ergebnisse sollen in Kürze vorliegen. Ihr erschien es wichtig, schnellstmöglich zu starten, insbesondere vor der weiteren Öffnung des Kita-Betriebs. „Wir wollen den Kitas schnell praktische Hinweise liefern“, sagte sie. Ein praxisorientiertes Vorgehen sei daher wichtiger als eine statistisch breitere Basis. „Es geht um Risikoabschätzung, nicht um finale Risikobewertung.“

Gesamtergebnisse im August erwartet

Die erste Testphase soll im Mai abgeschlossen sein. Anfang Juni ist ein Zwischentest geplant, wenn weitere Kinder in die Kitas zurückkehren. Die zweite und dritte reguläre Testphase folgt im Juni beziehungsweise Juli. Die Gesamtergebnisse sollen im August vorliegen.

Bei einem positiven Test bietet das UKB an, das Lebensumfeld der erkrankten Person zu durchleuchten. „Wir wollen in die Tiefe gehen und mit Zustimmung der Eltern weitergehend unterstützend wirken“, sagte Professor Martin Exner, Direktor des Instituts für Hygiene und Öffentliche Gesundheit. Dabei soll auch ermittelt werden, ob tendenziell Kinder das Virus auf Erwachsene übertragen oder anders herum.

Die Stadt Düsseldorf plant zusammen mit dem Universitätsklinikum Düsseldorf eine ähnliche Studie. Ab dem 10. Juni 2020 sollen rund 5000 Kinder und Kita-Fachkräfte wöchentlich Speichelproben abgeben. Insgesamt sollen auf diese Weise 40.000 Speichelproben untersucht werden.

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