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Saarland gibt Novavax-Dosen an Arztpraxen ab

Die Hälfte des Impfstoffs Nuvaxovid im Saarland soll an Arztpraxen, Krankenhäuser und Betriebsärzte gehen. 80 Praxen haben sich zur Teilnahme gemeldet.

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Erste Lieferungen nach Deutschland: Bundeswehrsoldaten bereiten am Freitag die Auslieferung von Nuvaxovid, den Impfstoff von Novavax, auf dem Gelände der Bundeswehrapotheke in Quakenbrückk in Niedersachsen für den Abtransport in Kühlfahrzeugen vor.

Erste Lieferungen nach Deutschland: Bundeswehrsoldaten bereiten am Freitag die Auslieferung von Nuvaxovid, dem Impfstoff von Novavax, auf dem Gelände der Bundeswehrapotheke in Quakenbrück in Niedersachsen für den Abtransport in Kühlfahrzeugen vor.

© Mohssen Assanimoghaddam / dpa

Saarbrücken. Das Saarland fährt bei den Corona-Impfungen mit Nuvaxovid entgegen dem Wunsch des Bundesgesundheitsministeriums von Anfang an zweigleisig: Die Hälfte des Wirkstoffs wird an die Praxen, Krankenhäuser und Betriebsärzte abgegeben, die andere Hälfte ab sofort auch ohne Termin in den Impfzentren angeboten.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) will zunächst nur die Länder beliefern. Der Krisenstab der Bundesregierung habe entschieden, die ersten 1,4 Millionen Dosen an die Länder zu geben. Dort sollen sie ab Montag zur Verfügung stehen, berichtete am Freitag die Kassenärztliche Bundesvereinigung.

Der Impfstoff soll nach den Plänen des BMG vorrangig Beschäftigten im Gesundheits- und Pflegebereich angeboten werden, die noch nicht geimpft sind. Vertragsärzte könnten frühestens ab dem zweiten Quartal den Impfstoff von Novavax erhalten, hieß es. Diese Entscheidung hatte in mehreren Ländern den Unwillen der niedergelassenen Ärzte erregt.

Abrechnung über Pseudoziffern

Die saarländische Ressortchefin Monika Bachmann (CDU) entschied jedoch, die Novavax-Impfkampagne gleich möglichst breit anzulegen. „Für mich hat das nie in Frage gestanden, dass wir auch Impfstoff weitergeben“, erklärte Bachmann der Ärzte Zeitung. Außer dem Saarland haben sich noch weitere Länder bereit erklärt, den Impfstoff an Arztpraxen weiterzugeben, berichtet die KBV.

Die Abrechnung der Nuvaxovid-Impfung erfolgt wie bei anderen Impfstoffen auch über eigene Pseudoziffern: Für die allgemeine Indikation ist dies die 88335A für die Erstimpfung, 88335B für die Abschlussimpfung und 88335R für die Auffrischimpfung. Bei beruflicher Indikation und der Impfung von Pflegeheimbewohnerinnen und -bewohnern kommen dieselben Buchstaben zu den Ziffern hinzu wie bei den anderen Impfstoffen.

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Die Vergütung liegt auch bei Nuvaxovid bei 28 Euro an normalen Wochentagen. Im Impf-DokuPortal für die tägliche Meldung der gemachten Impfungen werde ab 28. Februar ein Feld für Novavax-Impfungen bereitgestellt, so die KBV.

Angebot für Impfskeptiker

Im Saarland erfolgt die Verteilung für den niedergelassenen Bereich über die KV. 80 Praxen haben sich zur Teilnahme gemeldet. Ab Dienstag können so auch sie den Menschen ein Impfangebot machen, die gegenüber den bisherigen Impfstoffen Bedenken haben.

Im Saarland sind fast 82 Prozent der Bürger vollständig geimpft. Auch beim Boostern liegt das Land mit über 64 Prozent bundesweit mit in der Spitzengruppe. (kud/ger)

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