Sachsen-Anhalt buhlt um Ärzte

Neue Praxen braucht das Land: vor allem Haus- und Augenärzte sind gefragt. Dafür hat Sachsen-Anhalt jetzt ein stattliches Förderpaket geschnürt - in dem mehr als nur Geld steckt.

Von Petra Zieler Veröffentlicht:
Ein Sack Geld: Sachsen-Anhalt wirbt damit um neue Arztpraxen.

Ein Sack Geld: Sachsen-Anhalt wirbt damit um neue Arztpraxen.

© Yantra / fotolia.com

MAGDEBURG. Mit einem umfangreichen Förderpaket will der Landesausschuss der Ärzte und Krankenkassen in Sachsen-Anhalt vor allem Haus- und Augenärzte gewinnen.

Auf 60.000 Euro Fördergelder kann beispielsweise ein Mediziner hoffen, wenn er eine Hausarztpraxis in einer unterversorgten oder von Unterversorgung bedrohten Region gründet oder auch übernimmt.

Welche Regionen das sind, entscheidet der Landesausschuss nach bundesweit einheitlichen Kriterien.

Derzeit gehören dazu für Hausärzte etwa Bereiche in der Altmark, im Saalekreis, Harz, im Raum Bitterfeld oder dem Jerichower Land und für Augenärzte die Städte Aschersleben, Zerbst und Magdeburg.

Geld für die Anstellung von Ärzten

"Seit Jahren schon fördern Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigung gemeinsam die Niederlassung von Hausärzten", so Dr. Burkhard John, Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt (KVSA).

Jetzt solle der Fokus verstärkt auf die Einrichtung neuer Arztpraxen, die Gründung von Nebenbetriebsstätten (je 15.000 Euro) und die Anstellung von Ärzten (je 10.000 Euro) gelegt werden.

Zusätzlich könnten auch Umzugskosten, die durch die Aufnahme einer vertragsärztlichen Tätigkeit anfallen sind, bis zu einer Höhe von 10.000 Euro übernommen werden.

Für ärztliche Vertretungen oder Entlastungsassistenten können monatlich 800 Euro beantragt werden. Maximal werden jedoch 4800 Euro ausgezahlt.

Verpflichtung für drei Jahre

KV-Chef John: "Sachsen-Anhalt braucht dringend Hausärzte in der ambulanten Versorgung. In den vergangenen Jahren konnten lediglich zwei Drittel aller hausärztlichen Praxen nachbesetzt werden, so dass gegenwärtig 400 Hausarzt-Kollegen fehlen. Wird dieser Trend nicht gestoppt, dann klafft in fünf Jahren eine Lücke von 650."

Auch und gerade deshalb wird seit diesem Jahr auch mehr Geld für ärztliche Weiterbildungen in den Fachrichtungen Allgemeinmedizin und Augenheilkunde eingeplant. So können angehende Hausärzte neben der auf Bundesebene beschlossenen Förderung zusätzlich 1000 Euro pro Monat erhalten.

Künftigen Augenärzten kann ein Salär von 3500 Euro gewährt werden. Im Gegenzug verpflichten sich die Weiterbildungsassistenten, später mindestens drei Jahre lang vertragsärztlich in einer medizinisch schlecht versorgten Region des Landes zu arbeiten.

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