Versorgung in der Pandemie

Schlaganfall: Patientenzahl während erster Coronawelle sank um bis zu 23 Prozent

Daten aus über 1460 Krankenhäusern zeigen: Die Zahl der Patieten mit TIA ist in der ersten Corona-Pandemiewelle um über ein Fünftel zurückgegangen.

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Berlin. Die Zahl der Behandlungen von Patienten mit Schlaganfall ist in Deutschland zwischen März und Mai 2020 um bis zu 23 Prozent gesunken. Das hat eine Forschergruppe um Professor Christos Krogias und Dr. Daniel Richter von der Universitätsklinik für Neurologie im St. Josef-Hospital Bochum ermittelt.

Ausgewertet wurden Daten aus 1463 Krankenhäusern in Deutschland (Stroke 2020, DOI: 10.1161/STROKEAHA.120.033160). Die Autoren verglichen dabei die Behandlungszahlen in der Zeit vom 16. Januar bis 15. März mit denen der Periode vom 16. März bis 15. Mai 2020.

Die Zahl der Patienten mit transitorischen ischämischen Attacken (TIA) sank im untersuchten Zeitraum um fast 23 Prozent, bei akuten ischämischen Schlaganfällen sank die Patientenzahl um 17 Prozent. Die Daten legten nahe, dass in der ersten Pandemiewelle vor allem Patienten mit schweren Symptomen Krankenhäuser aufgesucht haben, schreiben die Autoren. Allerdings seien keine landesweiten Daten verfügbar, die über die Erkrankungsschwere Auskunft geben könnten.

Kein Qualitätsverlust in Kliniken während der Pandemie

Die Auswertungen ließen erkennen, dass Patienten, die tatsächlich stationär behandelt wurden, dieselbe Behandlung im Krankenhaus erfahren hätten wie vor Beginn der Pandemie, sagt Krogias, Leiter der Stroke Unit im St. Josef-Hospital und Regionalbeauftragter der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe.

Ende November hatte das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) Zahlen veröffentlicht, wonach die Sterblichkeitsrate der behandelten Schlaganfall-Patienten im ersten Lockdown deutlich erhöht war. Unter Verweis auf Krankenhaus-Abrechnungsdaten hieß es, die 30-Tage-Sterblichkeit sei von zwölf Prozent im Frühjahr 2019 auf 15 Prozent im Frühjahr 2020 gestiegen. (fst)

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