Krebs

Schreck kann für Prävention wichtig sein

Angehörige von Krebspatienten schätzen ihr eigenes Risiko oft höher ein – das könnte die Medizin nutzen.

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BREMEN. Die Betroffenheit ist groß, wenn ein Angehöriger an Krebs erkrankt. Professor Ulrike Haug vom Bremer Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie (BIPS) will diesen Schock für die Krebsprävention und -früherkennung stärker nutzen.

„Bei der Raucherentwöhnung, der besseren Ernährung und der Bewegung können wir bei den Angehörigen viel mehr heraus holen“, sagte Haug der „Ärzte Zeitung“.

Die Gruppe der Betroffenen ist riesig. In Deutschland würden etwa 40 Prozent der Bevölkerung über 50 Jahre von mindestens einem an Krebs erkrankten Verwandten ersten Grades berichten, so Haug. Grundlage sind Zahlen ihrer jüngsten Erhebung.

Danach schätzen nur vier Prozent von 300 Befragten ohne Krebserkrankung in der Familie ihr Krebsrisiko als erhöht ein, aber 22 Prozent der 700 Befragten mit Krebspatienten in der Familie. Zudem schwankt die Einschätzung sehr nach Krebsart.

So schätzten 18 Prozent der Befragten mit Magenkrebspatienten in der Verwandtschaft das eigene Risiko als erhöht ein und sogar 30 Prozent bei Darmkrebspatienten unter den Angehörigen. Die Studie berücksichtigte unter anderem Darm- , Lungen-, Brust- und Prostatakrebs.

Größere Risikowahrnehmung nutzen

Von den Befragten mit erhöhter Risikowahrnehmung waren 64 Prozent bereit, das Rauchen aufzugeben – aber nur 46 Prozent derer, die für sich nur ein niedriges Krebsrisiko sahen. Ähnliche Relationen zeigten sich beim Alkoholkonsum, der ungesunden Ernährung oder der Bewegungsarmut.

Die größere Risikowahrnehmung sollten die behandelnden Ärzte nutzen, meint Haug, „vielleicht eher, als sich um bestimmte Marker zu kümmern, sollten wir bei der Angehörigengruppe die Bereitschaft zur Prävention aufgreifen und stärken.“

Wie man aber die Angehörigen der Krebspatienten am besten erreicht, ist unklar. „Hier besteht Forschungsbedarf“, sagt Haug. Klar hingegen sei, dass sich die Angst, selbst zu erkranken nicht negativ auf die Lebensumstände auswirken dürfe. (cben)

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