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Schwester AGNES wird akzeptiert

HAMBURG (cben). Das Modellprojekt AGNES (Arztentlastende, Gemeindenahe, E-Health-gestützte Systemische Intervention) wird von Patienten und Ärzten in Mecklenburg-Vorpommern akzeptiert und soll ausgebaut werden.

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So lautet das Fazit, das Veeltje van den Berg von der Universität Greifswald auf dem Hamburger Gesundheitswirtschaftskongress dieser Tage zog. Die medizinische Versorgungslage in Mecklenburg-Vorpommern sei dramatisch, so van den Berg. AGNES sei ein guter Ansatz zur Lösung des Problems.

Im 1,7-Millionen-Einwohner-Land im Nordosten Deutschlands werden 2020 rund 30 Prozent der Bewohner über 60 Jahre alt sein, so van den Berg. Zugleich steige die Zahl der altersassoziierten Krankheiten und mit ihnen die Zahl der Arztkontakte - um 8,6 Prozent. Gleichzeitig sinke die Zahl der niedergelassenen Hausärzte. "Aber auch die Fachärzte sind betroffen. Im Land gibt es heute schon Regionen, in denen es unmöglich ist, mit öffentlichen Verkehrsmitteln an ein und demselben Tag zum Facharzt zu fahren und wieder zurück."

Auch mit Videokonferenzen wird experimentiert.

Bei AGNES übernehmen auf Anweisung von Hausärzten 40 speziell ausgebildete Medizinische Fachangestellte oder Pflegekräfte die Hausbesuche in Mecklenburg-Vorpommern. Ausgerüstet sind sie mit Behandlungskoffer und Laptop für die standardisierte Dokumentation. "Über 300 arztentlastende Tätigkeiten können sie ausführen", sagte van den Berg, "vom Blutdruckmessen hin zur Diagnose etwa von Schlafapnoe, Impfungen und Beratungsleistungen."

Insgesamt wurden bei 8000 Hausbesuchen bisher rund 1500 im Durchschnitt 79 Jahre alte Patientinnen und Patienten so versorgt. Derzeit wird mit Video-Konferenzen vor Ort experimentiert. Die Kosten seien aber noch nicht auf ein akzeptables Niveau gesunken, stellte van den Berg fest.

Die Patienten sind offenbar zufrieden. "Sie haben unserer Erfahrung nach keine Probleme damit, dass der Hausarzt nicht mehr kommt, sondern die AGNES-Mitarbeiterin", sagte van den Berg. "Drei Viertel der Patienten auf Rügen sagen: Wenn nötig, machen wir weiter."

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