Direkt zum Inhaltsbereich

Bundesregierung

Sexueller Missbrauch von Kindern hat „Riesendimension“

Laut einer Studie hat nur ein Bruchteil der Schulen und Kitas ein Konzept, um Kinder und Jugendlichen vor sexuellem Missbrauch zu schützen.

Veröffentlicht:

BERLIN. Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, hat die Bundesländer anlässlich der Vorstellung einer Studie, die in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Jugendinstitut erstellt wurde, aufgefordert, deutlich mehr in den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexuellem Missbrauch zu investieren.

Kitas, Schulen, Sportvereine und andere Einrichtungen bräuchten dringend mehr Unterstützung für ihr Engagement gegen sexuelle Gewalt, sagte Rörig am Mittwoch in Berlin. „Von alleine und zum Minimaltarif werden maximaler Schutz von Jungen und Mädchen und optimale Hilfe nicht erreicht werden.“

Er appellierte vor dem Hintergrund aktuell bekannt gewordener Missbrauchsfälle, wie dem in Lügde, an die Länder, ihre Schulgesetze so zu reformieren, dass Schulen verpflichtet würden, Schutzkonzepte gegen Gewalt einzuführen. Die Bundesländer sollten zudem eigene Landesmissbrauchsbeauftragte einstellen.

„In jeder Schulklasse bis zu zwei Kinder betroffen“

10.000 Mädchen und Jungen in Deutschland würden jedes Jahr Opfer sexueller Gewalt. „Wenn man sich die Dunkelfeldstudien anschaut, müssen wir davon ausgehen, dass in jeder Schulklasse ein bis zwei Kinder sind, die von Missbrauch betroffen sind“, sagte Rörig. Man habe es mit einer Riesendimension zu tun.

Die Studie zeige, dass Kitas, Schulen, Heime oder Internate in Deutschland größtenteils noch nicht der Meinung sind, dass sie ausreichende Konzepte haben zur Prävention und Hilfe bei sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche.

Die Mehrheit der Kitas oder Schulen gab in der Befragung zwar an, einzelne Präventionsmaßnahmen ergriffen zu haben. In der Selbsteinschätzung, ob sie ein umfassendes Schutzkonzept hätten, sagten aber nur 13 Prozent der befragten Schulen und 22 Prozent der Kitas, das sei bei ihnen der Fall.

Präventions- und Schutzmaßnahmen sind zum Beispiel Fortbildungen der Mitarbeiter, geregelte Beschwerdeverfahren bei Auffälligkeiten oder schriftlich niedergelegte Verhaltensregeln. (dpa)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Vergleich mit anderen Ländern

Hautkrebs-Screening in Deutschland laut Studie ohne klaren Nutzen

Das könnte Sie auch interessieren
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Grippeimpfung bei Diabetes: Risiko für Folgen senken

© AzmanJaka | Getty Images

Impflücken bei Chronikern

Grippeimpfung bei Diabetes: Risiko für Folgen senken

Anzeige | Viatris Germany GmbH
Die vergessene Reiseimpfung

© Milo Zanecchia | Getty Images

Impfen in der Praxis

Die vergessene Reiseimpfung

Anzeige | Viatris Germany GmbH
Hohe Verantwortung, moderate Impfquote

© FatCamera | Getty Images (Symbolbild mit Fotomodellen)

Impfstatus Klinikpersonal

Hohe Verantwortung, moderate Impfquote

Anzeige | Viatris Germany GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Typische Körperumrisse bei Achondroplasie

© BioMarin

Achondroplasie

Gezielte Therapie: erste Lebensjahre sind entscheidend

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioMarin Deutschland GmbH, Frankfurt am Main
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

© Pinit / stock.adobe.com / generiert mit KI

Pädiatrische cholestatische Lebererkrankungen

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mirum Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Vergleich mit anderen Ländern

Hautkrebs-Screening in Deutschland laut Studie ohne klaren Nutzen

Lesetipps
Eine Ärztin im Gespräch mit einer Patientin.

© HockleyM1 / peopleimages.com / stock.adobe.com

Kollegin gibt Tipps

So gelingt eine gute Arzt-Patienten-Beziehung

Die Ursachen für eine Anämie sind zahlreich. Differentialdiagnostisches Denken ist vorrausgesetzt.

© doucefleur / stock.adobe.com

Von unbedenklich bis gefährlich

Blutbildveränderungen: Das Einmaleins der Anämie-Diagnostik