Sucht

Shisha statt Zigarette: Rauchen verlagert sich

Die Zahl der Raucher sinkt kontinuierlich. Sorge bereitet aber der Konsum von E-Zigaretten und Wasserpfeifen in den jungen Altersgruppen.

Veröffentlicht: 04.06.2020, 16:00 Uhr

Berlin. Rauchen verliert an Attraktivität: Seit 2003 ist die Raucherquote bei den Erwachsenen kontinuierlich gesunken. Derzeit liegt sie in der Altersgruppe der 18- bis 64-Jährigen bei 23,3 Prozent. Selbst bei den jungen Erwachsenen (18 bis 25 Jahre) rauchen mit 29,8 Prozent aktuell weniger als ein Drittel (siehe nachfolgende Grafik).

Die Daten aus dem Drogen- und Suchtbericht 2019 der Bundesregierung lassen aber vor allem hoffen, weil auch die Zahl der Nachwuchsraucher abnimmt: Der Anteil Jugendlicher, die Zigaretten konsumieren, hat sich in den vergangenen zehn bis 15 Jahren um zwei Drittel verringert.

Aktuell liegt die Raucherquote bei den 12- bis 17-Jährigen bei 8,3 Prozent. Allerdings gehören in dieser Altersgruppe 12,3 Prozent bereits zu den sogenannten ehemaligen Rauchern, wobei der Suchtbericht hierzu auch jene zählt, die das Rauchen zwar mal „ausprobiert“ haben, aber keine regelmäßigen Raucher waren.

Wasserpfeife so gefährlich wie Zigarette

Doch während der Tabakkonsum sinkt, nimmt der Genuss von Wasserpfeifenrauch (Shisha) und E-Zigaretten zu. Vor allem jüngere Menschen zwischen 16 und 29 Jahren probieren laut dem Drogen- und Suchtbericht E-Zigaretten aus: In dieser Altersgruppe habe fast ein Fünftel bereits E-Zigaretten verwendet, heißt es.

Bei den Shishas sieht es laut einer Untersuchung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ähnlich aus: Der Konsum hat von 2008 bis 2018 deutlich zugenommen. Gaben 2008 noch 7,8 Prozent der jungen Erwachsenen an, in den vergangenen 30 Tagen Shisha geraucht zu haben, waren es 2018 bereits 19,1 Prozent.

Zumindest bei den 12- bis 17-Jährigen ging der Shisha-Konsum von 12,2 Prozent im Jahr 2008 auf 9,0 Prozent in 2018 leicht zurück.

Die Risiken des Konsums von Wasserpfeifentabak seien nicht geringer als die von Zigarettentabak, heißt es im Bundes-Drogenbericht. Tägliches Rauchen einer Wasserpfeife führe zu ähnlichen Gesundheitsrisiken wie ein moderater Zigarettenkonsum von etwa zehn Zigaretten pro Tag. (reh)

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