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Kommentar zur Corona-Impfung

Skepsis und Zuversicht

Komplizierte Corona-Welt: In Tübingen melden sich Tausende Probanden für eine Impfstudie, gleichzeitig steigt die Zahl der Skeptiker.

Christian BenekerVon Christian Beneker Veröffentlicht:

Die Impfbereitschaft ist noch keine Impfrate. Aber ohne die Bereitschaft wäre alles nichts. Und die Impfbereitschaft in Europa sinkt, in Deutschland sogar ganz besonders – innerhalb eines Vierteljahres von 70 auf 61 Prozent. Das zeigen die Zahlen einer Studie des Hamburg Center for Health Economics.

Solche Ergebnisse müssen den Verantwortlichen Sorgen machen. Sie zeigen, dass sich die öffentliche Diskussion um einen Corona-Impfstoff noch viel zu sehr und zu undifferenziert um den Zeitpunkt dreht, wann er zur Verfügung stehen und wie er gerecht verteilt werden könnte. Die Hamburger Studie dokumentiert nun: Wenn der Stoff, auf den alle warten, endlich da ist, könnten die Schwierigkeiten erst beginnen.

Womöglich hat man die Rechnung ohne die Bevölkerung gemacht, die zu einem wachsenden Teil dem Impfstoff und seiner Entwicklung misstraut. Die Zustimmung zur Corona-Impfung ist dabei europaweit geringer als die Zustimmung zu Impfungen allgemein. Die Corona-Impfung hat damit ein Kommunikationsproblem.

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Um die offenbar notwendige Impfrate von 71 bis 74 Prozent für eine Herdenimmunität zu erreichen, kommt die Hamburger Studie gerade recht. Denn sie bringt das Problem auf den Tisch. Den Impfbefürwortern ist zu wünschen, dass diese Ergebnisse breit diskutiert werden.

Offenbar ist mit der Hamburger Studie aber noch nicht das letzte Wort über das Interesse an der Corona-Impfung hierzulande gesprochen. Laut Deutscher Presseagentur haben sich in der Tübinger Universitätsklinik rund 4000 Freiwillige als Probanden für eine Corona-Impfstudie gemeldet. Der Studienleiter Peter Kremsner spricht von einer „Luxuslage“.

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