Erste Zwischenbilanz

So gut ist die neue UPD

Die Unabhängige Patientenberatung ist zum Jahresbeginn - unter viel Kritik - in neuer Trägerschaft gestartet. Bei einer ersten Zwischenbilanz gibt sich der neue Betreiber Sanvartis nun zufrieden.

Von Martina Merten Veröffentlicht:
Patientin am Telefon: Haben Patienten medizinische oder rechtliche Fragen, können sie bei der UPD telefonisch um Rat bitten.

Patientin am Telefon: Haben Patienten medizinische oder rechtliche Fragen, können sie bei der UPD telefonisch um Rat bitten.

© contrastwerkstatt / fotolia.com

BERLIN. 130 Tage nach dem Neustart zeigt sich Thorben Krumwiede, Geschäftsführer der UPD Patientenberatung Deutschland gGmbH - jüngste Tochter von Sanvartis -, von der Kritik der vergangenen Monate unbeeindruckt.

"Die ersten Monate haben gezeigt, dass wir auf einem guten Weg sind, unserem Anspruch auf mehr Bürgernähe, besserer Erreichbarkeit und mehr Fachkompetenz der Berater gerecht zu werden", sagte Krumwiede am Mittwoch in Berlin.

Von Januar bis April fanden Krumwiedes Zwischenbilanz zufolge 24.500 Beratungen zu rechtlichen und medizinischen Fragen statt. Ziel sei es, jährlich rund 200.000 Ratsuchenden zu helfen.

Und das schnell: Während Ratsuchende in der Vergangenheit rund 2,8 mal bei der UPD anrufen mussten, um mit einem Berater zu sprechen, konnte dieser Wert bis Mai auf 1,5 mal reduziert werden, so der Geschäftsführer.

Mit diesem Ergebnis "bin ich sehr zufrieden", unterstrich auch Karl-Josef Laumann, Patientenbeauftragter der Bundesregierung.

63 Millionen Euro für die sieben Jahre

Das aktuelle Lob folgt dabei lauter Kritik: Schließlich wurde mit der Duisburger Sanvartis GmbH ein Träger ausgewählt, der auch für Krankenkassen tätig ist - unvereinbar mit Patienteninteressen, bemängelten viele.

Die bisherigen gemeinnützigen Träger - der Sozialverband VdK, die Verbraucherzentrale Bundesverband und der Verbund Unabhängiger Patientenberatung - waren bei einer europaweiten Ausschreibung zur UPD-Fortsetzung unterlegen gewesen.

Für das Ausschreibungsverfahren hatte sich die Regierung auch wegen der hohen Fördersumme entschieden: Insgesamt 63 Millionen Euro stehen der UPD in den kommenden sieben Jahren zur Verfügung.

Mit diesen neuen Bordmitteln schafft die UPD das breitere Angebot: Die Zahl ihrer Beratungsstellen wurde von 21 auf 30 Präsenzen erhöht, zudem gibt es neuerdings drei UPD-Mobile, die quartalsweise 100 Städte und Gemeinden anfahren und in denen sich Patienten informieren können. Die Beratung ist seit dem 1. Mai auch auf Arabisch möglich.

Online-Beratung und neue App

Nicht zuletzt gibt es neben der telefonischen nun auch eine Online-Beratung sowie eine neue App. Die Berater - Sozialversicherungsfachangestellte, Juristen, Mediziner oder Psychologen - können Krumwiede zufolge auf Wissensportale mit für sie notwendigen Informationen zugreifen.

"Damit werden in allen Beratungsstellen inhaltlich dieselben qualitätsgesicherten Informationen an Ratsuchende weitergegeben."

Mehr Fördermittel, betonte Patientenbeauftragter Laumann, müssten zu einer deutlich verbesserten Beratung führen. Ein Anliegen ist Laumann noch etwas anderes: die Unabhängigkeit der neuen Stelle. Er werde sich deren Arbeit "genau anschauen" und prüfen, ob der Auditor gute Arbeit leiste.

Dieser Posten wird vom wissenschaftlichen Beirat ausgesucht und soll wie die UPD in Berlin ansässig sein und Zugang zu allen Unterlagen und Sitzungen der Beratungsstelle haben. Derzeit würden über die Besetzung des "anspruchsvollen Postens" Gespräche geführt, so Laumann.

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