Mecklenburg-Vorpommern

Soldaten helfen ÖGD bei Corona-Kontaktnachverfolgung

Drei Städte im Nordosten bekommen bereits Unterstützung durch Bundeswehrsoldaten, um SARs-CoV-Infektionswege nachzuverfolgen. Weitere Anfragen laufen.

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So wie hier in Hamburg helfen auch in Mecklenburg-Vorpommern Soldaten der Bundeswehr in Gesundheitsämtern bei der Kontaktaufnahme zu gemeldeten Infizierten oder zu Kontaktpersonen von Infizierten.

So wie hier in Hamburg helfen auch in Mecklenburg-Vorpommern Soldaten der Bundeswehr in Gesundheitsämtern bei der Kontaktaufnahme zu gemeldeten Infizierten oder zu Kontaktpersonen von Infizierten.

© Markus Scholz/dpa

Schwerin. Mecklenburg-Vorpommern setzt bei der Pandemie-Bekämpfung auf die Bundeswehr. 16 Soldaten unterstützen bereits die Gesundheitsbehörden in Stralsund, Wismar und Neubrandenburg. Bei einem „Corona-Gipfel“ sprach sich das Land dafür aus, diese Hilfe auszubauen. „Die Zusammenarbeit mit der Bundeswehr als erfahrenem und zuverlässigem Partner hat sich sehr bewährt und wird, ausgerichtet an der jeweiligen Lage, in eine ständige Zusammenarbeit während der Pandemie münden“, teilten die Teilnehmer des Gipfeltreffens mit.

Neben der Landesregierung hatten auch die Landräte, der Städte- und Gemeindetag, Landkreistag, Gewerkschaften und Unternehmensverbände, IHK, Wohlfahrtsverbände und der Kommandeur des Landeskommandos der Bundeswehr daran teilgenommen. Die Bundeswehr, hieß es anschließend, stehe bereit, „um den ÖGD im Land im Rahmen der Amtshilfe unkompliziert und möglichst schnell zu unterstützen – die Kommunen werden diese Chance nutzen.“

Bislang sind die Soldaten in den drei Städten in die Nachverfolgung und Bürgerberatung eingebunden. Gespräche zur Unterstützung in weiteren Gesundheitsämtern laufen bereits. Hilfestellung halten die Partner außer in der Corona-Pandemie auch mit Blick auf die Afrikanische Schweinepest für sinnvoll.

2000 Soldaten bundesweit im Einsatz

Die Bundeswehr ist derzeit mit knapp 2000 Angehörigen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie im Einsatz. Das sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums der „Rheinischen Post“. Sie gehören zum Einsatzkontingent „Hilfeleistung gegen Corona“, das über insgesamt 15.000 Soldaten verfügt.

Allein in Gesundheitsämtern aller Bundesländer helfen derzeit 1561 Soldaten bei der Nachverfolgung von Infektionsketten, bei der Entnahme von Abstrichen oder an Teststationen. Zudem leisten Soldatinnen und Soldaten Unterstützung bei Testungen von Reiserückkehrern sowie mit mobilen COVID-19-Teststationen.

Insgesamt liegen derzeit 1141 Unterstützungsanfragen vor. Es sei „mit weiteren Bewilligungen und somit aufwachsender Unterstützung durch die Bundeswehr zu rechnen“, sagte ein Sprecher des Ministeriums.

Einführung der Corona-Ampel

Die Runde einigte sich auch auf die Einführung der auf Bundesebene besprochenen Corona-Ampel mit Maßnahmen für Kreise, die eine Inzidenz von zehn, 35 oder 50 positiv Getesteten je 100.000 Einwohner überschreiten. Aktuell hat in Mecklenburg-Vorpommern nur die Mecklenburger Seenplatte den Wert von 35 überschritten. Dort gelten unter anderem eine Kontaktreduzierung im Alltag und Besuchseinschränkungen in Kliniken und Pflegeeinrichtungen.

Simone Oldenburg, Fraktionschefin der Oppositionspartei Die Linke, mahnte zu den Schutzvorkehrungen in den Heimen: „Der Schutz darf nicht allein in der Abschottung der Menschen bestehen, die in den vergangenen Monaten zu erheblichen negativen Auswirkungen der Betroffenen geführt hat.“ (di/dpa)

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