Arzneimittelpolitik

Spahn: Apotheker sollen mehr Geld bekommen

POTSDAM (cw). Zwischen "angespannt" und "desaströs" - die Lage, in der sich die deutschen Apotheker befinden, hängt auch ein bisschen vom Naturell des jeweiligen Referenten ab. Nach Ansicht des Vorsitzenden des Deutschen Apothekerverbandes (DAV), Fritz Becker, ist sie jedenfalls richtig dramatisch.

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Den Apotheken stehe "das Wasser bis zum Hals", sagte Becker auf dem diesjährigen DAV-Wirtschaftsforum Ende April in Potsdam. Systematisch werde die Branche von der Politik "kaputtgespart", die Einkaufskonditionen beim Großhandel seien auf "historischem Tiefstand".

Der CDU-Gesundheitspolitiker Jens Spahn bestätigte in Potsdam bis dato nur gerüchteweise kursierende Meldungen, die Bundesregierung wolle das Einkommen der Offizinbetreiber verbessern. Spahn wörtlich: "Wir werden 2013 etwas für die Apotheker tun".

Die ABDA hatte kürzlich einen Zufluss von 624 Millionen Euro gefordert. In Koalitionskreisen sollen rund 200 Millionen Euro im Gespräch sein. Spahn warnte in diesem Zusammenhang die Apotheker davor, ihre "Honorarforderungen zu überdrehen".

Nach Angaben der Steuerberatungsgesellschaft Treuhand Hannover hat sich der Betrag, über den der Betreiber einer so genannten "typischen Apotheke" (d.h. rund 1,3 Millionen Euro Jahresumsatz) 2011 nach Abzug aller Steuern sowie Vorsorgeaufwendungen frei verfügen konnte, von 39.100 Euro auf 35.300 Euro verringert.

Laut Apothekerverband ABDA entsprachen von den 21.238 öffentlichen Apotheken vergangenes Jahr 3547 bzw. 16,7 Prozent der typischen Umsatzklasse. 23 Prozent der Apotheken hatten weniger, 60,3 Prozent jedoch mehr erwirtschaftet.

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